„Diesem Mann gehört ein Orden verliehen“, sagt Hans Roauer über seinen Anwalt Werner Dietrich – denn seit Jahrzehnten vertritt dieser insgesamt 16 Überlebende des Wiesn-Anschlags. Als die Ermittlungen eingestellt wurden, kämpfte Dietrich weiter. Und erreichte, dass der Fall 2014 neu aufgerollt wurde. Ist den Überlebenden mittlerweile Gerechtigkeit widerfahren? „Ja“, sagt Roauer. „Mit diesem Abschlussbericht auf alle Fälle.“ Das Oktoberfest-Attentat gilt heute als rechter Terrorakt. Entsprechend steht den Überlebenden Entschädigung zu. Bis auf private Spenden haben „meine Mandanten bisher keinen Cent gekriegt“, sagt Dietrich. „Da muss jetzt schnell und großzügig etwas passieren.“ Der Anwalt schlägt vor, dass – je nach Schwere der Verletzung – die Opfer in drei Stufen zu je 100 000, 70 000 und 30 000 Euro entschädigt werden. Innenminister Joachim Herrmann sagt dazu: „Bund, Land und Stadt sind bereits im Gespräch. Ich bin zuversichtlich, dass es in absehbarer Zeit zu einem guten Ergebnis kommen wird.“