Überdosis Rock’n’Roll

von Redaktion

Spider Murphy Gang tritt am Freitag am Deutschen Museum auf

„Es sind schon seltsame Zeiten“, gibt Günther Sigl zu. Zwischen März und August mussten der 73-Jährige und seine Spider Murphy Gang wegen Corona eine Vollbremsung einlegen. Dann kam Veranstalter und Lustspielhaus-Betreiber Till Hofmann und lud die Band in seinen Eulenspiegel Flying Circus in den Innenhof des Deutschen Museums. Dort gaben die Spiders, wie die Fans sie liebevoll nennen, vor 400 Leuten drei umjubelte Open-Air-Konzerte.

Wegen des großen Erfolges legen Sie am Freitag noch einmal nach – noch gibt es einige Karten. Worauf dürfen sich Ihre Fans freuen?

Auf eine tolle Show, auch unter Corona-Bedingungen. Das heißt, jeder hat seinen eigenen Sitz und muss Maske tragen. Ehrlicherweise war ich anfangs schon skeptisch, besorgt um die Stimmung – mit dem Abstand und so. Aber die Leute waren bisher immer toll drauf.

Und wie war die Stimmung bei Ihnen, den Musikern?

Riesig, das ist ja unser Leben! Es war toll, als wir die Treppe zur Bühne hinaufgingen und in all die fröhlichen Gesichter blicken durften. Das nehmen wir nicht als selbstverständlich, denn unser Publikum gehört überwiegend eher zur Grauen-Panther-Fraktion – die müssen auf ihre Gesundheit schauen und abwägen, ob sie überhaupt kommen. Obwohl wir auch viele junge Leute als Fans haben, was uns immer freut. Bisher sind alle anständig auf ihren Plätzen geblieben und haben dennoch ordentlich mitgesungen und geklatscht. Ein überwältigendes Gefühl, trotz Abstandes. Man rückt eben anders zusammen. Ich sag’ auch immer: Ohne euch, wäre das alles ‘ne fade Party. (lacht)

Mit welchem Song starten Sie denn die Party?

Mit Überdosis Rock’n’Roll – als Statement, dass wir das immer noch brauchen. Und dann spielen wir unsere ganzen Hits: Schickeria, Pfüati Gott, Elisabeth, Zwoa Zigarettn. Was jetzt immer super ankam, ist natürlich Sommer in der Stadt – passend zur Münchner Eventreihe. Und am Schluss spielen wir unseren Skandal.

Auch die jungen Fans können Rosis Telefonnummer auswendig…

Toll, oder?

Sie lautet 32 16 8. Was hat es mit der Nummer auf sich?

Die Zahl musste sich auf „Konjunktur die ganze Nacht“ reimen – da blieb nur die Acht. Die verdoppelt ist 16 – und die auch noch mal verdoppelt 32. Das ist das ganze Geheimnis (lacht). Wir haben die Nummer natürlich damals zuvor überprüft – in München gab’s die nicht. Womit wir aber nicht gerechnet haben – in anderen Städten existierte diese fünfstellige Nummer sehr wohl… Sie glauben nicht, wie viele Blumensträuße wir verschickt haben! Wir haben Post von Rechtsanwälten bekommen und etliche Telefonnummern-Änderungen bezahlt. Wir müssen uns teilweise heute noch entschuldigen (lacht).

Wie haben Sie eigentlich die Zeit des Lockdown verbracht?

Wie sonst auch, nur dass die Touren mit der Band sehr fehlten. Ich habe gesportelt – man muss sich ja fit halten. Ich will nämlich noch ein paar Jahre auf die Bühne (lacht). Powerwalking von Gräfelfing nach Planegg. Und Gitarre gespielt, an neuen Songs rumgebastelt.

Wird es etwa ein neues Spiders-Album geben?

Das ist nicht ausgeschlossen – wir hatten ja lang nichts Neues. Wobei wir schon merken, dass die Leute lieber die alten Sachen hören. Bei Schickeria und Skandal – da erklingen die ersten Akkorde und schon wird geklatscht. Ich freue mich schon jetzt auf die vielen glücklichen Gesichter am Freitag. Da kann kommen, was will: Wir ziehen sie nicht aus – unsere Rock’n’Roll-Schuhe.

Interview: Katrin Basaran

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