Das Oktoberfest fiel aus – das Feiern ließen sich viele Münchner aber nicht nehmen. Am Sonntag endete die Aktion „Sommer in der Stadt“ – genauso wie die Wirtshaus-Wiesn. Schausteller, Gäste und Wirte ziehen Bilanz.
Die Tage werden kürzer, Ärmel und Hosenbeine wieder länger: Der Sommer ist vorbei und mit ihm die Aktion des Referats für Arbeit und Wirtschaft (RAW). Nach einer Verlängerung ging der „Sommer in der Stadt“ am Sonntag offiziell zu Ende. Passgenau an jenem Tag, an dem auch die Wiesn vorbei gewesen wäre. RAW-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) sagt: „Die Münchner sowie die Gäste der Stadt haben die Angebote gut angenommen.“ Diese waren unter Corona-Auflagen über das ganze Stadtgebiet verteilt: von Open-Air-Konzerten bis hin zu Fahrgeschäften und Ständen, die normalerweise auf dem Oktoberfest stehen würden. Einer der Höhepunkte war das Riesenrad am Königsplatz.
„Das war kein Wiesn-Ersatz, sondern eine ganz neue Erfahrung“, sagt Schausteller-Chef Edmund Radlinger (68). „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.“ Ausnahme: Mariahilf- und Wittelsbacherplatz – hier wurde der Betrieb mangels Kundschaft schon am 6. September eingestellt.
Aber auch wenn die Sommer-Aktion nun beendet ist, ein paar Angebote gibt es noch. So läuft das „Trachtival“ im Werksviertel bis 25. Oktober – immer dienstags und freitags. Großer Resonanz erfreut sich auch der „Clown Car Wash“, den der Circus Krone auf seinem Stammhausgelände eingerichtet hat. Die Aktion läuft auf unbestimmte Zeit weiter. In Teilen der Stadt, etwa Milbertshofen, wird außerdem das kostenfreie Sportprogramm fortgeführt.
Zeitgleich mit dem „Sommer in der Stadt“ endete auch die Wirtshaus-Wiesn nach 16 Tagen. Ins Leben gerufen hatte die Aktion der Verein der Münchner Innenstadtwirte gemeinsam mit der Vereinigung der Wiesnwirte. Insgesamt nahmen 54 Gastronomie-Betriebe daran teil. „Wir ziehen eine positive Bilanz“, sagt Gregor Lemke, Sprecher des Innenstadtwirte-Vereins. „Unsere Wirtshaus-Wiesn ist unter strikter Beachtung der Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen gut verlaufen, wie uns auch von Seiten des KVR und der Polizei bestätigt wurde.“
Wiesnwirte-Sprecher Christian Schottenhamel sagt: „Die Menschen freuten sich über die Wiesn-mäßig geschmückten Gasthäuser und genossen die typischen Oktoberfest-Schmankerl. Alle kamen in Tracht. Vielleicht führen wir die Aktion künftig fort – zusätzlich zur Wiesn.“
Unter der Bavaria auf der Theresienwiese trafen sich am Sonntag außerdem einige Kellnerinnen, die normalerweise auf der Wiesn im Hofbräu-Zelt bedienen. Im Gedenken an das Oktoberfest feierten sie trotz der Absage dort ihren Kehraus.
LAURA FELBINGER, MARLENE BERGMANN