Mehr Christkindlmarkt denn je

von Redaktion

VON SASCHA KAROWSKI

OB Dieter Reiter (SPD) hatte im Interview mit unserer Zeitung bereits Andeutungen bezüglich der Christkindlmärkte in Zeiten der Pandemie gemacht. „Natürlich wird es nicht so sein wie im Vorjahr. Es ist vorstellbar, dass es weniger Stände gibt, damit die Wege breiter sind. Oder, dass die Märkte räumlich ausgedehnt werden. Der Markt am Sendlinger Tor könnte auf die Herzog-Wilhelm-Straße erweitert werden, der am Marienplatz bis zum Stachus. Das ist alles denkbar, um Abstände zu gewährleisten und keine Menschenansammlungen zu riskieren.“ Die Verwaltung sei beauftragt, ein Konzept zu erstellen.

Das ist nun abgeschlossen. Das Wirtschaftsreferat wird dem Stadtrat am Dienstag vorschlagen, den städtischen Christkindlmarkt auf dem Marienplatz vom 23. November bis zum 10. Januar stattfinden zu lassen. Die Möglichkeit soll auch den Betreibern der übrigen Märkte in der Stadt eingeräumt werden. Die Beschicker können selbst entscheiden, ob sie das Angebot wahrnehmen. Die Fläche des Marktes auf dem Marienplatz soll ferner ausgedehnt werden – über die Neuhauser Straße bis zum Karlstor und in die Sendlinger Straße.

Um den Marktleuten unter die Arme zu greifen, schlägt die Verwaltung vor, das Standgeld um 50 Prozent zu reduzieren. Die Stadt soll zudem einen Finanzierungsanteil von rund 129 000 Euro und Umlagekosten von 435 000 Euro übernehmen. Diese Planungen setzen jedoch voraus, dass das Infektionsgeschehen es zulässt, die Märkte zu veranstalten. In der Vorlage, mit der sich am Dienstag der Wirtschaftsausschuss befasst, heißt es, dass die Märkte auch kurzfristig abgesagt werden können.

Für die Durchführung bedarf es entsprechender Hygienekonzepte. So ist unter anderem vorgesehen, sowohl zwischen den Ständen als auch auf den Wegen Abstände von mindestens fünf bis zehn Metern einzuhalten. Um dies zu gewährleisten, muss die Anzahl der sechs Meter breiten Buden am Marienplatz reduziert werden, stattdessen soll es mehr vier Meter breite Standl geben.

Ferner ist angedacht, den Ordnungsdienst aufzustocken. Der soll dafür sorgen, dass Abstände eingehalten werden und der Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Die Besucheranzahl zu deckeln, hält die Verwaltung nicht für möglich. Alle Betriebe, die Speisen oder Getränke verkaufen, sollen abgegrenzte Gastronomiebereiche mit Stehtischen erhalten. Den Zugang regeln die Betreiber.

Ähnliche Regelungen sollen auch beim Winter-Tollwood auf der Theresienwiese von 25. November bis 23. Dezember greifen. Auch die Tollwoodfläche soll vergrößert werden, auch hier könnte die Platzmiete um die Hälfte reduziert werden. Das Konzept sieht einen Verzicht auf Zelte, eine Aufteilung der Fläche in drei Themenbereiche, eine Reduzierung der Markt- und Gastronomiestände, eine Begrenzung der Besucherzahlen und einen Verzicht auf die Silvesterparty vor.

Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) sagte auf Anfrage: „Wirtschaftlicher Erfolg für die Beschicker, eine sichere Durchführung und ein geschmackvoller Anblick mit kulinarischen Genüssen für die Besucher werden durch präzise Planung garantiert. Ich freue mich auf den Christkindlmarkt.“

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