Liebe für die Ewigkeit

von Redaktion

Wen prominente Münchner an Allerheiligen besonders vermissen

VON SARAH BRENNER

Wenn es etwas gibt auf dieser Welt, das ewig währt, dann ist es die Liebe. Am 1. und 2. November strömen Gläubige aus aller Welt auf den Friedhof, um all jener geliebten Menschen zu gedenken, die nicht mehr unter uns sind. Wir haben Münchner Prominente gefragt, an wen sie sich an Allerheiligen erinnern.

Stefan Murr

Früher, erinnert sich Stefan Murr (44), habe er es gehasst, auf den Friedhof zu gehen. Schließlich war’s an Allerheiligen immer irgendwie grau – „und genau so haben die Leute auch geschaut“. Der Sinn erschloss sich dem Schauspieler erst später. Stefan Murr war 23 Jahre alt, als seine Mutter starb. „Auch wenn die Erinnerung an meine Mama langsam verblasst“, erzählt der Münchner, „hat sie mir beigebracht, was Liebe bedeutet. Was es heißt, Freundschaften zu pflegen und Geborgenheit zu spüren.“ Mittlerweile ist Stefan Murr selbst Vater. Der Gang zum Friedhof gehört nach wie vor dazu. Innehalten, sich erinnern, trauern – und danach wieder Freude schöpfen, im Kreis der Familie. „Heute weiß ich, wie wichtig das ist.“

Christine Zierl

Für Christine Zierl (58) ist der 1. November ein Tag, an dem man sich erinnert –- „an seine Liebsten und all die Dinge, die man gemeinsam erlebt hat“. „Auch wenn der Tod meiner Oma (93) mittlerweile schon über 30 Jahre her ist“, erzählt die Schauspielerin, „ist sie immer noch irgendwie da.“ Die Großmutter habe ihr beigebracht, was Zusammenhalt bedeutet, „wie wichtig die Familie ist“. In ihrer Erinnerung, erzählt Zierl, „lebt diese starke, ganz besondere Frau auf ewig weiter.“ Genau wie Zierls liebe Freundin, die vor ein paar Wochen den Kampf gegen den Krebs verloren hat – „viel zu früh“. Einen geliebten Menschen zu verlieren, tue weh – „vor allem, wenn er selbst noch nicht bereit dazu ist, zu gehen“. Ihre Freundin sei bis zum Schluss stark gewesen und habe trotz Chemotherapie zu jeder Zeit fantastisch ausgeschaut – „obwohl von Anfang an klar war, was passiert.“

Angela Wiedl

Der Tod ihrer Tochter hat Angela Wiedl vor 15 Jahren wie ein Faustschlag getroffen und ihre Welt für immer verändert. Aber, da ist sich die Volkssängerin sicher, „irgendwann werden wir uns alle wiedersehen“. Genau so heißt auch ein Lied auf ihrem neuen Album „Herzperlen“, das Wiedl ihrer verstorbenen Angelina (5) gewidmet hat. Wie genau das Wiedersehen einmal aussehen wird weiß Angela Wiedl nicht. Aber die 53-Jährige ist überzeugt, „dass da, wo meine Tochter jetzt ist, absolut himmlische Zustände herrschen“. Der erste November ist für Angela Wiedl, die von ihrer Oma katholisch geprägt wurde, „ein Tag, an dem man sich an all die lieben Menschen erinnert, „die uns bereits vorausgegangen sind“. Vor ein paar Tagen erst hat Wiedl das Grab ihrer Tochter neu geschmückt. In Weiß und Lila –„strahlend schön und bunt wie der Herbst.“

Papis Loveday

Es war ein strahlender Tag im Jahr 2009, als Papis Loveday (43) das „Harlander“ an der Bräuhausstraße zum ersten Mal betrat. „Die Bar hat mich von Anfang an fasziniert“, erzählt das Münchner Model, „weil sie ihren Besitzer eins zu eins widergespiegelt.“ Alfons Harlander, erinnert sich Loveday, war eine schillernde Persönlichkeit. „Liebenswert, lebensfroh und einfach immer gut drauf. Ein richtig toller Mann.“ Im September 2020 starb Harlander – und mit ihm seine Träume von einem Lebensabend in Honolulu. „Hawaii war sein Anker“, weiß Loveday, „sein ganz persönliches Paradies“. Dass der Freund das nicht mehr erleben durfte, mache ihn „unfassbar traurig“, so Loveday. Ihn tröstet die Hoffnung, „dass es da, wo er jetzt ist, mindestens genauso schön ist“.

Michaela May

Der gemeinsame Gang zum Friedhof ist für Michaela May (68) seit ihrer Kindheit Tradition. Auch heuer will die Schauspielerin wieder nach Dießen am Ammersee fahren und ihrer Mutter, die vor gut einem Jahr gestorben ist, „ein Lichtlein schenken“. „Eigentlich wollte meine Mutter, dass ihre Asche vom Wind verweht wird, damit sie noch einmal in die Berge schauen kann“, erzählt May. „Aber das hätte ich nicht ausgehalten. Ich brauche einen Ort, an dem ich meine Mutter besuchen kann – auch wenn sie für immer in meinem Herzen wohnt.“ Also hat Mays Mutter zu Lebzeiten noch zwei Urnen modelliert. Eine für ihren Ehemann und eine für sich selbst. „Meine Mutter war nicht nur eine unglaublich starke, sondern auch eine bewundernswert fortschrittliche Frau“, erzählt May. Aufgeben? „Kam zu keiner Zeit infrage.“ Stattdessen habe sie sich ihr Leben lang von ihrer Neugier leiten lassen.

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