Ruhiger Start in die neue Pflicht

von Redaktion

VON STÉPHANIE MERCIER

Bislang herrschte im Rahmen der Vorschriften farbenfrohe Vielfalt vor den Gesichtern: Selbstgenähtes, hellblaue OPMasken, locker drapierte Mund-Nasen-Schals, durchsichtige Face-Shields. Seit gestern ist damit erst einmal Schluss: In Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr gilt FFP2-Maskenpflicht. Bis kommenden Montag, 25. Januar, drohen bei Nichteinhaltung noch keine Sanktionen – dennoch leisten die Münchner in Bus, Bahn und Supermarkt der neuen Verordnung schon jetzt folge.

„Die erste Rückmeldung zeigt, dass nur noch ganz wenige mit normalen Masken unterwegs sind“, sagt Wolfgang Fischer vom Innenstadt-Handelsverein City Partner. Die meisten Menschen zeigten sich verständig, es habe zumindest in der Münchner Innenstadt kaum Diskussionen um die neue Regelung gegeben. Und das obwohl Beschäftigte im Einzelhandel von der FFP2-Maskenpflicht ausgenommen sind. Bei der Gewerkschaft Verdi akzeptiert man die Ausklammerung der Beschäftigten. Eine Pflicht wäre ein zweischneidiges Schwert, hieß es – zwar brächte sie höheren Schutz für die Mitarbeiter – aber eben auch eine höhere Belastung. Die Unternehmen sind dagegen froh, dass es nicht zu einer Maskenpflicht für die Beschäftigten im Handel gekommen ist. Denn dann müssten diese zusätzliche Pausen machen.

Auch die Münchner Verkehrsbetriebe stellen fest, dass die Bürger der Stadt folgsam sind. Die U-Bahn-Wache berichte von einer FFP2-Quote von 90-Prozent, heißt es. Und eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats (KVR) teilt mit, dass „die große und überwiegende Mehrheit der Münchner sich an die FFP2-Maskenpflicht hält“. Zudem würden die Kontrolleure Münchner mit anderen Mundschutzen auf die Regeln hinweisen. Diese Aufklärungskampagne verfolgt auch die Polizei, sie ist seit Pandemiebeginn mit etwa 100 bis 200 Beamten mehr pro Tag unterwegs.

Derweil arbeitet die Stadt auch an einer Lösung für ärmere Bürger. „Es ist geplant, allen Grundsicherungs- und Hartz-IV-Empfängern kostenlose FFP2-Masken per Post zuzuschicken“, sagt ein Sprecher des Münchner Sozialreferats. Dabei werde sich die Stadt bemühen, dass dies rechtzeitig bis zum nächsten Montag klappt – angesichts von zehntausenden Bedürftigen in der Stadt „eine große logistische Herausforderung“. Auch Menschen, die einer Risikogruppe angehören, erhalten in den kommenden Tagen Gutscheine für zwölf Masken, die in Apotheken eingelöst werden können. Pro sechs Masken liegt der Eigenanteil bei zwei Euro.

Obwohl beim heutigen Ministergipfel auch eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht entschieden werden könnte, ist die Versorgung dem Bayerischen Apothekerverband zufolge gewährleistet. Auch der Handelsverband sieht die Versorgung trotz gestiegener Nachfrage nicht in Gefahr.

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