Wlan-Wüsten am Stadtrand

von Redaktion

VON ANDREAS THIEME

• M-net: Seit 2010 bauen die Stadtwerke das Glasfasernetz aus, auf das auch große Anbieter wie „1&1“ zurückgreifen. Bis 2013 wurde zunächst das Gebiet innerhalb des Mittleren Ringes erschlossen (rund 400 000 Haushalte). Bis Ende 2021 dauert die zweite Bauphase, die 2016 begann und auch Gebiete außerhalb des Ringes umfasst. Potenziell können bis Jahresende „mehr als 630 000 Haushalte und Betriebe an unser Glasfasernetz angeschlossen sein“, sagt Sprecher Andreas Dietrich. Etwa 70 Prozent der Münchner sowie mehr als 80 000 Gewerbebetriebe könnten so Gigabit-Verbindungen erhalten.

Aktuell ist das aber noch nicht so. Die Karte (siehe oben) zeigt: Während das Netz in der Innenstadt gut erschlossen ist, wird es am Stadtrand schwierig: Teile von Oberföhring, Daglfing, Trudering und Ramersdorf sind zum Beispiel noch nicht mit Glasfaser erschlossen – hier gibt es häufig nur ältere DSL-Internetverbindungen und nicht den neuesten Standard, der bis zu einem Gigabit bereitstellt (also etwa die hundertfache Geschwindigkeit). Im Süden sind Harlaching, Fasangarten, Obersendling und Großhadern mitunter noch Wlan-Wüsten. Auch Teile von Pasing, Obermenzing, Allach und Feldmoching, Alte Heide, Am Hart und Freimann sind nicht ideal erschlossen. Hier kann es eng werden, wenn eine Familie gleichzeitig Homeoffice macht, das Homeschooling bewältigen soll und abends noch Netflix geschaut wird. Dazu kommt: Seit Beginn der Pandemie ist der Datenverkehr für Internet und Telefonie bei M-net „sprunghaft um rund 50 Prozent angestiegen“, sagt Dietrich. Logische Folge: Der Anteil der Kunden, die Anschlüsse mit mehr als 300 Mbit oder Vertrags-Updates buchen, hat sich innerhalb des vergangenen Jahres versiebenfacht. Die meisten Kunden hätten mittlerweile mindestens 100-Mbit-Anschlüsse.

• Telekom: Glasfaser bis zum Technikgehäuse, danach Kupferleitung bis ins Gebäude – und bis zu 50 Mbit pro Sekunde: Diesen sogenannten FTTC-Ausbau hat die Telekom „weitgehend abgeschlossen“, sagt Sprecher Markus Jodl. Es folgt der FTTH-Standard, also Glasfaser bis ins Gebäude (mit bis zu zehn Gbit). „Wir planen in Bayern unsere Ausbaumenge in diesem Jahr auf rund 180 000 Anschlüsse zu verdoppeln.“ Ausgebaut wird aktuell etwa in Neuaubing, Pasing, Schwabing Nord, Feldmoching und Riem.

• Vodafone hat die Infrastruktur in München ausgebaut und bietet jetzt 400 000 Haushalten Breitband-Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde an. Sein Kabelglasfasernetz stattete Vodafone dafür von September 2018 bis Oktober 2020 mit gigabitfähigen Netz-Elementen aus. Die Datenmenge einer DVD (4,7 Gigabyte) kann jetzt in weniger als einer Minute heruntergeladen werden.

• PYUR: Seit 1987 betriebt die „Kabelfernsehen München ServiCenter GmbH“ ein eigenes Glasfasernetz in München, aktuell seien 300 000 Haushalte angeschlossen. Allerdings nur über Hybridverbindungen mit Geschwindigkeiten bis zu 400 Mbit. „Im Laufe des Jahres 2021 planen wir den flächendeckenden Gigabit-Ausbau in unserem Netz“, sagt Sprecher Tim Stiehl. Forciert werden – wie bei der Telekom – Glasfaserverbindungen bis ins Haus.

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