Schöne neue Wohn-Welt

von Redaktion

Stadt will 8500 Wohnungen pro Jahr schaffen – ein Überblick über verschiedene Projekte

VON STÉPHANIE MERCIER

Spätestens seit der Pandemie ist jedem klar: Nur wenn auch die Umgebung passt, ist eine Wohnung wirklich lebenswert. Münchens neuester Stadtteil Freiham ist dafür das Paradebeispiel. Bis 2040 sollen dort Wohnungen für 25 000 Münchner entstehen – und das als zukunftsträchtige schöne Wohn-Welt: Vielfältige Infrastruktur – wie Kindergärten, ein Sportpark, Grünflächen und ein Schulcampus – soll in zehn Minuten erreichbar sein. Der Vorteil dieses Modells? Stadtbaurätin Elisabeth Merk erklärt ihn im Kasten unten.

Doch nicht nur im Münchner Westen wird gebaggert, gebohrt und asphaltiert: Überall in der Stadt verteilt entsteht derzeit neuer Wohnraum. Das erklärte Ziel der Landeshauptstadt ist es, im mehrjährigen Durchschnitt Baurecht für etwa 8500 Wohnungen zu schaffen. Ähnlich ambitioniert ist auch das kommunale Wohnungsunternehmen Gewofag unterwegs. Es will in diesem Jahr 840 Wohnungen fertigstellen. Damit würde es an das Rekordjahr 2019 anschließen. Seinerzeit hatte die Gewofag 864 neue Schlüssel an Mieter und Eigentümer überreicht.

Zam in Freiham

Zusammen – frei ins Bairische übersetzt: „zam“ – ist man weniger alleine – ist das Motto des neuen Stadtquartiers, das der Projektentwickler Isaria in Freiham errichtet. Dort entstehen gerade über 300 Mietwohnungen, circa 5400 Quadratmeter Büro- und Praxisflächen sowie ca. 6000 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomieflächen. Die ersten Freihamer können 2024 einziehen. Sprichwörtlicher Höhepunkt: der fast 61 Meter hohe Wohnturm mit Alpenblick. Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU): „Mit dem Stadtteilzentrum wird ein sichtbarer, bedeutender Baustein in der Entwicklung des neuen Stadtteils Freiham geschaffen.“

Bayernkaserne

Ein neues Stadtquartier mit rund 5500 Wohnungen für bis zu 15 000 Menschen – das entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne in Freimann und dem östlich angrenzenden Gewerbegebiet an der Heidemannstraße. In diesem Jahr soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. In allen Gebäuden entsteht eine Mischung aus geförderten und preisgedämpften Mietwohnungen.

Grüne Fassaden

Mehr Wohnraum soll auch an der Appenzeller Straße in Fürstenried West entstehen. Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) möchte ihre dortige Wohnsiedlung aus den 60er-Jahren weiterentwickeln. Unter anderem sind 660 neue, teils geförderte Wohnungen, drei Kindertageseinrichtungen, ein Café und ein Nachbarschaftstreff geplant. Auch die Fassaden werden begrünt.

Quartier an Messestadt

Bereits im Herbst will die Gewofag mit ihrem Bauprojekt in der Messestadt Riem-Ost fertig werden. Am Elisabeth-Castonier-Platz sind 218 bezahlbare Wohnungen entstanden. Außerdem wird es in dem Gebäude ein Gesundheitszentrum, eine Stadtteilbibliothek, ein Bildungslokal und ein Jugendcafé geben. Dazu kommen ein Gastronomiebetrieb sowie das Gewofag-Mieterzentrum in die Blockrandbebauung. Mit all diesen sozialen und kulturellen Einrichtungen werde der neue Quartiersplatz in der Messestadt-Ost zum Leben erweckt, so Gewofag-Geschäftsführer Michael Dengler. Die Gewofag investiert hier insgesamt etwa 65 Millionen Euro.

Teurer Ausblick

Morgens auf der Dachterrasse seinen Kaffee mit Blick über das Stadtpanorama genießen: Mit dem nötigen Kleingeld kann man sich diesen Luxus gönnen. Auf dem ehemaligen Gelände der Paulaner-Brauerei am Nockherberg kostet der Quadratmeter nämlich bis zu 27 000 Euro. Zum Vergleich: Im Schnitt kostet ein Neubau in Bestlage zwischen 11 000 und 17 000 Euro. 185 Wohnungen werden dort bis Anfang 2023 fertiggestellt.

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