Der Millionen-Fall aus Izmir – so kamen die Ermittler den Gangstern auf die Spur

von Redaktion

Ihr Kopf ist gesenkt, die Hände liegen auf dem Rücken – mit Handschellen gefesselt. So werden die Mitglieder einer Bande von der Polizei abgeführt. Es handelt sich um Callcenter-Betrüger aus der Türkei: Von Izmir aus riefen die Gangster etliche Rentner in München an und betrogen sie um ihr Geld. Doch damit ist Schluss: 39 Bandenmitglieder sind nach Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft mittlerweile festgenommen worden. Es ist einer der größten Schläge gegen den organisierten Trickbetrug. Die Ermittlungen führten die türkischen Behörden, wichtige Hinweise kamen aber aus München. „Wir haben bereits seit Monaten mit den türkischen Behörden Informationen ausgetauscht“, sagt Ermittlerin Ulrike Hahn. Im Dezember erfolgte der Zugriff: 48 Wohnungen und Häuser wurden durchsucht, vor Ort konnte die Polizei 1,5 Millionen Euro Bargeld und fünf Kilo Gold sowie Autos, Immobilien, Uhren und Schusswaffen sicherstellen. Spezialkräfte hatten das Callcenter gestürmt, das in einer Mietwohnung eingerichtet war, und konnten auch den Kopf der Bande festnehmen: Amar S. (31), der 2012 aus einem Bremer Gefängnis geflohen war.

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