Nicht voll genug: Entlastungs-Tram gestrichen

von Redaktion

Abstand ist in der Pandemie oberstes Gebot. Da haben viele Fahrgäste wenig Verständnis dafür, dass die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ausgerechnet ein Angebot einstellt, das die Enge im Münchner Nahverkehr mildern sollte: Die Ersatz-Tram U2 ist gestrichen worden.

Seit Oktober fuhr die Entlastungslinie an Wochenenden, wenn der Betrieb der Linien U1 und U2 wegen der Bauarbeiten an der Großbaustelle Sendlinger Tor eingeschränkt war, zwischen Wettersteinplatz und Hauptbahnhof Süd. Doch das Angebot, so teilten die Stadtwerke gestern auf Anfrage mit, sei „immer weniger in Anspruch genommen“ worden. „Vor dem Hintergrund der derzeit auch finanziell schwierigen Situation“ sei das Angebot nun „nachjustiert“ worden: Die Ersatz-Tram wurde mit Ablauf des Januars gestrichen. Das Resultat bekamen die Münchner bereits am vergangenen Wochenende zu spüren: Fahrgäste, die es zum Spaziergang in die Isarauen im Süden der Stadt zog oder die von dort zurückkehrten, warteten vergebens auf die Ersatz-Tram und mussten sich stattdessen in volle Waggons der Pendel-U-Bahn zwängen – Gedränge beim Ein- und Aussteigen inklusive.

Wie ein SWM-Sprecher erläutert, hätte das Angebot am 8. März ohnehin eingestellt werden müssen. Dann nämlich beginnen Bauarbeiten auf der Sonnenstraße, die die Schienen blockieren.  sc

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