Vereinssport in der Krise

von Redaktion

Beim digitalen Sportgipfel berichtet Bürgermeisterin Verena Dietl von einem beunruhigenden Mitgliederschwund

Die Münchner Sportvereine verlieren durch die Corona-Pandemie viele Mitglieder. Dies berichtete Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) bei einem digitalen Sportgipfel. Die Stadt hatte am Donnerstagabend zu diesem Termin eingeladen. Vertreter von mehr als 100 Vereinen hatten sich an der virtuellen Veranstaltung beteiligt. Laut Dietl haben die zehn größten Sportvereine der Stadt mitterweile an die 5000 Mitglieder verloren. Dies sei eine beunruhigende Zahl. Sportamtsleiter Jürgen Sonneck ergänzte, dass der Mitgliederschwund bei den 20 größten Vereinen in München sich in einer Größenordnung von acht bis 16 Prozent bewegt. Kleinere Vereine seien hingegen nicht so sehr betroffen. Die Gewinner der Corona-Krise seien der Deutsche Alpenverein oder der Kanusport, also mithin der Freiluftsport. Dietl und Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) zeigten sich besorgt, dass mangelnde Bewegung nach der Pandemie vor allem bei Kindern negative Spätfolgen zeitigen könnte. Dies betreffe auch die Schwimmfähigkeit. Hallensport ist aktuell verboten, Individualsport nur für Kinder bis 14 Jahren in kleinen Gruppen möglich. Sportamtschef Sonneck machte deutlich, dass die Stadt in den Startlöchern stehe, was die Öffnung der Hallen und der Bezirkssportanlagen betrifft. Man sei mit Hygienekonzepten vorbereitet, sobald dies die Inzidenzwerte zuließen. Dietl versicherte: „Wir wollen möglich machen, was geht.“ Auf die Frage eines Vereinsvertreters, ob künftig nur noch Geimpfte Sportgruppen besuchen dürfen, sagte Dietl: „Das kann nicht unser Ziel sein.“ Gesundheitsreferentin Zurek erklärte, hier lasse sich viel über Schnelltests regeln.

An der Sportförderung für die Vereine will die Stadt laut Dietl nicht rütteln. Aktuell gewährt die Stadt beim Neubau von Hallen oder Kunstrasenplätzen einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent sowie ein Darlehen von 30 Prozent der Gesamtkosten. KLAUS VICK

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