CSU: Hartes Ringen um Spitzenplätze auf der Liste

von Redaktion

Angesichts der starken Grünen wollen sich fast alle Bundestagsabgeordnete absichern

München – Im Bezirksvorstand der CSU droht am Montag ein harter Kampf um die besten Listenplätze für die Bundestagswahl. Angesichts der Stärke der Grünen drohen die Konservativen mehrere der vier Wahlkreise im Stadtgebiet zu verlieren. Umso wichtiger ist, in welcher Reihenfolge die Kandidaten auf der bayernweiten Liste abgesichert werden. Dem Vernehmen nach scheiterten bis Freitag alle Bemühungen, sich im Vorfeld innerhalb der CSU München auf eine Reihenfolge zu einigen.

Als einziger kündigte Wolfgang Stefinger, Abgeordneter im Osten der Stadt, an, ganz auf einen Listenplatz zu verzichten – wie bereits 2017. „Ich stelle meinen Listenplatz zur Verfügung und hoffe, die CSU München nominiert hierfür eine Frau, nachdem alle vier Wahlkreisbewerber Männer sind“, sagte Stefinger. Er selbst setze allein darauf, wie bei den vergangenen beiden Wahlen das Direktmandat zu holen. „Als Direktabgeordneter fühle ich mich in erster Linie den Menschen in meinem Wahlkreis verpflichtet und erst dann der Partei“, sagte Stefinger, der im eher konservativen Bezirksverband zum liberalen Flügel gehört und schon immer etwas Distanz hält. „Durch meinen Verzicht habe ich auch mehr Freiheit bei meinen Entscheidungen.“

2017 hatte er den Wahlkreis mit 36,8 Prozent klar gewonnen. In seiner Erklärung vergisst er nicht zu betonen, dass er stets das beste Erststimmenergebnis für die CSU in München geholt habe. Auch diesmal scheint seine Kandidatur am aussichtsreichsten – zumal bei den Grünen die junge Vaniessa Rashid die in der Bevölkerung bekanntere Margarete Bause im Kampf um die Direktkandidatur ausstach.

In der CSU bewerben sich nach der Absage Stefingers auf jeden Fall alle drei übrigen Direktkandidaten für den Spitzenplatz, dazu kommt Bernd Fabritius, der eben erst in den Bundestag nachgerückt ist. Alles Männer. Der Konkurrenzkampf ist hart, weil etliche Direktmandate in Gefahr sind. Besonders hart dürfte es für Stephan Pilsinger im Westen werden, der mit dem Grünen Dieter Janecek einen bekannten und gut vernetzten Gegner hat. Der Norden (derzeit Bernhard Loos) war für die CSU schon immer unsicheres Terrain. Die Lage dort ist besonders unübersichtlich, weil dort traditionell auch die SPD stark ist. Deren Kandidat Florian Post hat sich mit der Partei aber weitgehend überworfen. Für die Grünen kandidiert die Abgeordnete Doris Wagner. Im Süden tritt Michael Kuffer an, der gut vernetzt ist, zuletzt aber wegen Nebeneinkünften als Anwalt Kritik ausgesetzt war. Die grüne Kontrahentin ist Bundes-Vize Jamila Schäfer.

Bei der Ökopartei geht man intern davon aus, dass man bei einem bundesweiten Wahlergebnis über 22 Prozent alle vier Wahlkreise gewinnen könnte. Die inoffiziellen Prognosen auf privaten Portalen rechnen derzeit mit einem grünen München, einem unsicheren Landkreis und einem eher schwarzen Umland.  mik/cd

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