Erlebnis Europa

von Redaktion

Niebler wirbt für Dauerausstellung in München

München soll eine Dauerausstellung unter dem Motto „Erlebnis Europa“ bekommen. Das wünscht sich die EU-Abgeordnete Angelika Niebler (CSU). Sie hat dafür eine fraktionsübergreifende Initiative gestartet. Ihre Idee: Die Ausstellung könnte an das im Herzen Münchens geplante Europahaus gekoppelt werden. Der Stadtrat hatte sich im Frühjahr auf Antrag von SPD, Grünen und CSU für eine derartige Einrichtung ausgesprochen. Sie soll Bildungs- und Begegnungsstätte sein, Raum für zivilgesellschaftliches Engagement schaffen und den Vertretungen der Europäischen Institutionen ein Zuhause bieten.

Nach den Vorstellungen Nieblers könnten Besucher in einer multimedialen Dauerausstellung unter anderem in einem 360˚-Kino eine Plenarsitzung des Europäischen Parlaments miterleben oder bei einem Planspiel direkt in die Rolle eines EU-Abgeordneten oder Kommissars schlüpfen. In Berlin habe sich diese Ausstellung bewährt. So strömten dort seit der Eröffnung im Jahr 2016 mehr als 600 000 Besucher in das „Erlebnis Europa“.

München als weltoffene und tolerante Stadt sei prädestiniert dafür, ebenfalls Standort zu werden, sagt Niebler: „Die Ausstellung kann zu einem Touristenmagnet für begeisterte Europäer werden.“ Auch der für die kommunale Europaarbeit und den Tourismus in München zuständige Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) begrüßt die Initiative. Eine dauerhafte Ausstellung stärke das europäische Bewusstsein in der Stadt und bereichere das kulturelle Leben, sagt er.

Außer in der Hauptstadt Berlin gibt es nur in München ein zweites deutsches Verbindungsbüro der EU. Es ist für 24 Millionen Bürger aus Bayern und Baden-Württemberg zuständig. Ähnliche Verbindungsbüros der EU bestehen in Marseille, Mailand, Barcelona und Breslau, die ebenfalls nicht Hauptstädte ihres Landes sind.

Unklar ist allerdings noch, wo das geplante Europahaus und die Dauerausstellung untergebracht werden könnten. Es sollen jeweils Immobilien sein, die sich in Rathausnähe befinden. Für die Ausstellung wäre ein Gebäude mit Zugang im Erdgeschoss sinnvoll. Die Räume des ehemaligen Sport Münzinger zum Beispiel stehen aktuell leer. Allerdings gibt es hier Bestrebungen, entweder die Touristen-Info unterzubringen oder die Flächen erneut für den Einzelhandel zu vermieten. Auch die EU würde indes Miete bezahlen. Eine Entscheidung über die Nachfolgenutzung des Sport Münzinger soll noch heuer fallen.  kv

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