An der Marienklausenbrücke – unweit einer reißenden Wasser-Walze – liegen Menschen am Samstag in der Sonne, Kinder planschen in Ufernähe. Doch nur wenige Meter entfernt hat sich tags zuvor eine Tragödie ereignet: Einem 14-Jährigen wurde die Walze zum Verhängnis. Seither wird der Bub vermisst.
Der Schüler spielt am Freitag gegen 17 Uhr mit fünf Freunden am Ufer Fußball. Plötzlich landet der Ball im Wasser. Die Isar ist reißend, an der Stelle schießen Wassermassen vorbei. Die Buben unterschätzten offenbar die Strömung. Drei der Kicker springen in die Fluten, um ihren Ball zu holen. Zwei kämpfen sich zurück ans Ufer – doch der 14-Jährige gerät in die Wasser-Walze.
Zur Erklärung: Unter einer solchen walzenartigen Strömung gibt es einen starken Rückfluss, der es verhindert, aus eigener Kraft zu entkommen – egal, wie gut man schwimmt. Auf die verzweifelten Hilferufe der Buben wird eine Passantin aufmerksam, sie alarmiert die Rettung. Ein Großaufgebot sucht daraufhin den Fluss ab – von der Marienklausenbrücke bis hin zum Stauwehr Oberföhring. Dabei kommen auch Hubschrauber, die Reiterstaffel der Polizei sowie Polizei-Taucher zum Einsatz – halb München bekommt mit, dass hier etwas nicht stimmt. Doch von dem Bub fehlt jede Spur.
Am Samstagmorgen wird die verzweifelte Suche fortgesetzt. Doch die Hoffnung schrumpft mehr und mehr. Am Sonntagmittag sagt ein Polizeisprecher: „Man muss leider vom Schlimmsten ausgehen.“ Weiterhin werde allerdings alles unternommen, um den Vermissten zu finden.
Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, die Strömung der Isar nicht zu unterschätzen. Eben jene Stelle an der Marienklausenbrücke ist wegen der Wasser-Walze besonders gefährlich. Erst Mitte Juli wäre dort eine Fünfjährige fast ertrunken. 2019 musste die Wasserwacht drei an der Walze gekenterte Schlauchbootfahrer retten. Für einen 24-Jährigen kam zwei Jahre zuvor jede Rettung zu spät. Die Wasserwacht mahnt: Nicht in der Isar baden! Nicht Schlauchboot fahren!