Wo Pendeln sich lohnt – und wo nicht

von Redaktion

VON MARTINA WILLIAMS

Mit durchschnittlich gut 8600 Euro pro Quadratmeter fürs Eigentum ist München eines der teuersten Pflaster überhaupt. Im Umland zahlt man im Schnitt 2000 Euro weniger pro Quadratmeter. Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts haben für die Postbank ausgerechnet, wie viele Jahre sich der Immobilienkauf auszahlt und wann der Kostenvorteil durch das Pendeln aufgezehrt ist. Ergebnis: Am besten kommen Pendler in Dachau weg.

Mit der Bahn von Dachau legt man die 18 Kilometer in zwölf Minuten zurück. Der Quadratmeterpreis liegt im Schnitt bei 5802,68 Euro. Damit verfahren Pendler die Ersparnis aus dem Immobilienkauf erst nach knapp 60 Jahren. Wer mit dem Auto fährt, braucht den Kostenvorteil nach knapp 22 Jahren auf. In Puchheim und Taufkirchen (Vils) profitieren Bus- und Bahnfahrer etwa 50 Jahre.

Verglichen wurde der Kauf einer durchschnittlichen 70-Quadratmeter-Eigentumswohnung in München mit dem entsprechenden Objekt im Umland. Der Kaufpreisvorteil wurde mit den jährlichen Ticket- und Spritkosten verrechnet.

Erstmals sind im Wohnatlas auch die Faktoren Homeoffice und Arbeitszimmer berücksichtigt. Wann punkten Pendler im Umland, wenn sie mit zwei Homeoffice-Tagen pro Woche planen können, aber die Wohnung mit Arbeitszimmer 20 Quadratmeter größer ist und der Preis 20 Prozent über dem Durchschnitt liegt? Die Experten errechneten, dass es in jeder zweiten der 32 untersuchten Städte und Gemeinden gar kein finanzielles Plus mehr gibt! Am besten schneidet Taufkirchen (Vils) ab: Hier lohnt sich das Homeoffice 23,8 Jahre lang.

Allerdings: In München könnte man in der angegebenen Konstellation zwölf Jahre günstiger leben als Pendler in der 20 Quadratmeter größeren Wohnung in Dachau. In der Tabelle links ist das durch die negative Zahl erkennbar. Für Starnberg wurden sogar 36 Jahre berechnet. „Die Pendelanalyse zeigt, dass sich ein Umzug für München-Pendler langfristig zumeist nur lohnt, wenn sie ihre Ansprüche zurückschrauben“, heißt es in der Studie. Insgesamt hat sich der Umzug beim Homeoffice-Faktor mit Arbeitszimmer in nur neun Städten über mehr als zehn Jahre lang ausgezahlt.

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