Ins Restaurant, Kino, Fitnessstudio oder in die Bar dürfen derzeit nur Geimpfte, Genesene und Getestete. Die sogenannte 3G-Regel gilt in Bayern seit Montag, wenn die Inzidenz über 35 liegt. Hamburg ist nun noch einen Schritt weiter gegangen. Dort gibt es die Möglichkeit, auf 2G umzustellen (siehe Kasten). Dann haben lediglich Geimpfte und Genesene Zutritt – im Gegenzug dürfen mehr Gäste kommen. Jetzt wendet das erste Münchner Café diese Regel an.
Ins Café Kosmos kommen seit Samstag nur Geimpfte und Genesene. Bei seinen Gästen komme die neue Regel sehr gut an, sagt Betreiber Florian Schönhofer. „Unsere Gäste stehen hinter uns. Ich habe vorher sehr viele gefragt, und neun von zehn sind eh geimpft – ich hatte also kein großes Risiko.“ Teilweise kämen die Gäste sogar und bedankten sich, weil sie die Regelungen vernünftig fänden. „Uns geht es auch wirklich nicht um Ausgrenzung, sondern um verantwortungsvolles Handeln“, begründet Schönhofer.
Er hatte die neue Regel zuerst auf Social Media bekannt gegeben, mit dem Zusatz: „Ein Herz für Ungeimpfte“. Genauso meine er das auch, betont der 47-Jährige. „Das ist überhaupt nicht ironisch gemeint. Wir wollen Leute schützen, die noch nicht geimpft sind und die vielleicht auch noch nicht verinnerlicht haben, dass wir mitten in der vierten Welle stecken“, erklärt er. Verantwortungsvoll zu handeln, das sei er der Gesellschaft schuldig.
Noch ist das Café Kosmos damit in München allein. „Solange die 2G-Regel nicht als Auflage kommt, lasse ich alles so, wie es ist“, sagt Silja Schrank-Steinberg vom Hofbräukeller. „Ich möchte jedem Zugang zum Lokal gewähren und bin froh darüber. Ich denke aber, dass es kommen wird, wenn wir uns nicht mehr an die Inzidenz halten. Ich hoffe nur, dass es nicht alle drei Wochen neue Auflagen gibt.“
„Grundsätzlich machen wir alles mit, was uns vorgeschrieben wird. Alles ist besser, als geschlossen zu haben“, sagt Ugo Crocamo, Betreiber vom H’ugo’s. „Aber solange es dazu noch kein Gesetz gibt, lassen wir auch Getestete rein.“
Christian Schottenhamel, Dehoga-Bezirksvorsitzender und Chef vom Paulaner am Nockherberg, hat einen anderen Vorschlag: „Wenn man jonglieren könnte, wäre das gut. Dass zum Beispiel im Nebenraum eine Veranstaltung stattfindet, bei der die 2G-Regel gilt und getanzt und gefeiert werden kann.“ Der Wirtshaus-Betrieb solle davon aber unangetastet bleiben und weiter nach der 3G-Regel betrieben werden können.
Betroffen von den Einlassregeln sind auch Kinobetreiber. „Wir diskutieren intern aktuell sehr intensiv und sind noch zu keiner finalen Entscheidung gekommen, da die 2G-Regel deutliche Auswirkungen für unsere Gäste bedeuten würde“, sagt Kurt Schalk vom Mathäser Filmpalast. Dessen Vorstellungen werden vor allem von Jugendlichen und Familien mit Kindern besucht. Die dürften dann womöglich nicht mehr rein. „Sie indirekt auszugrenzen, möchten wir in jedem Fall vermeiden“, beteuert Schalk.
„Es gibt diese Regel aktuell noch nicht, also werden wir das auch nicht machen“, stellt Christian Pfeil klar. In den Kinos Arena Filmpalast und Monopol gilt weiter 3G. „Damit haben wir eh schon einen gigantischen Mehraufwand“, beklagt er. „Was ich nicht verstehe, ist, dass Kinos geradezu zu Hochrisikogebieten erklärt werden, wo wir doch super Lüftungsanlagen haben und Abstände eh eingehalten werden.“
Keine Option ist die 2G-Regel für Patrick Neser vom Fitnessstudio SoulPlus. „Das machen wir auf keinen Fall. Damit würden wir ja den Leuten nicht die Möglichkeit geben, zu trainieren und müssten Mitgliedsbeiträge zurückzahlen“, erklärt er. Wenn sich jemand dazu entscheide, sich nicht impfen zu lassen, erst einmal abzuwarten und sich dafür regelmäßig testen zu lassen, müsse das seiner Meinung nach in Ordnung sein.