Hamburg führt für Veranstalter und Gastronomen ein „2G-Optionsmodell“ ein. Wie der Senat der Hansestadt am Dienstag beschloss, dürfen diese ihre Dienstleistungen dann freiwillig nur noch für Geimpfte und Genesene anbieten und werden im Gegenzug von Coronaschutzauflagen befreit. Dadurch können sie mehr Besucher einlassen oder freie Platzwahl ohne Abstand anbieten.
Die Option richtet sich unter anderem an Theater, Kinos, Musikklubs, Messebetreiber, Restaurants, Hotels, Schwimmbäder und Fitnessstudios. In Innenräumen müssen sie aber weiterhin das Tragen medizinischer Masken vorschreiben. Der Senat kündigte scharfe Kontrollen an. Für Kinder und Jugendliche gelten Sonderregeln. Zunächst dürfen alle Unter-18-Jährigen an „2G-Veranstaltungen“ auch ohne vollen Impfschutz teilnehmen. Für Zwölf- bis 18-Jährige, die seit Kurzem laut offizieller Empfehlung ebenfalls immunisiert werden sollten, läuft diese Übergangszeit in sechs Wochen aus. Eine Pflicht zur Nutzung der neuen Option besteht nicht. Anbieter können nach Angaben des Senats selbst entscheiden, ob sie diese künftig anwenden oder weiterhin nach den bisherigen Regeln für alle geöffnet bleiben.
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) begründete die Einführung des Wahlmodells mit eindeutigen Unterschieden der Infektionsdynamik zwischen Geimpften und Ungeimpften. Geimpfte und Genesene hätten „keinen wesentlichen Anteil“ am Geschehen, sagte Tschentscher. Für sie dürften Beschränkungen deshalb schon aus rechtlichen Gründen nicht aufrechterhalten werden, weil sie aus Sicht der Pandemiebekämpfung nicht mehr erforderlich seien. Die derzeitige vierte Welle sei eine „Welle der Ungeimpften“. Offiziell gestartet wird das „2G-Modell“ am Samstag. afp