Groß ist das etwas ungewöhnlich anmutende Gefährt wahrlich nicht: Fünf Passagiere dürfen in den Kleinbus einsteigen, den die Bahn, die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Landkreis Kelheim präsentieren. Einen klassischen Fahrer braucht diese Kabine auf Rädern nicht – dafür gibt es einen „Operator“, der mit einem „Controller“, einem kleinen Schaltkasten, zur Not die Fahrt stoppen und steuern kann. Während der IAA verkehrt der autonome Bus täglich zwischen den Stopps am Karolinenplatz und der Brienner-/Ecke Ottostraße. Mitfahrt für alle kostenlos.
Also Platz genommen – und auf geht’s ganz gemütlich… Höchstens 14 km/h erreicht dieser selbstfahrende Bus – wenn er überhaupt so richtig in Fahrt kommt. Denn kleinste Hindernisse bremsen ihn aus. Kaum gestartet, steht bei unserer Fahrt ein Lieferwagen im Weg. Der Bus wird langsamer, der Operator greift ein. Er dreht den Schlüssel und lenkt den Wagen ums Hindernis. So geht das immer wieder: Neun Minuten lang brauchen wir schließlich für knapp 300 Meter Luftline – alle halbe Minute muss der Mann die Fahrt korrigieren. Auch ungeübte Jogger wären da wohl schneller unterwegs.
Bahn und Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sind dennoch stolz auf das Projekt – autonomes Fahren soll eine immer wichtigere Rolle im öffentlichen Nahverkehr der Zukunft spielen. In Kelheim rollen bereits zwei dieser Mobile durch die Stadt.
Probleme gibt’s noch. „Wenn zum Beispiel ein Mülleimer auf der Straße steht oder ein Müllauto den Weg versperrt, ist die künstliche Intelligenz des Autos dafür noch zu ,dumm‘“, sagt MVG-Chef Ingo Wortmann. Er hält den Shuttle aber offenbar für lernfähig, wenn er sagt: „Autonome Mobilität wird den innerstädtischen Verkehr nachhaltig verändern und neue Mobilitätsdienste möglich machen, die U-Bahn, Tram und Bus sinnvoll ergänzen.“ Ohnhin hab sich die Technologie schon beeindruckend gesteigert: „Anfangs konnten die Fahrzeuge nur 20 Zentimeter ausweichen, mittlerweile ist es deutlich mehr.“
Der Passagier könne sich sehr sicher fühlen: durch Überwachung per Satellit, Laserschranke und Kamera. Irgendwann soll auch der Operator nicht mehr mitfahren, sondern aus der Zentrale alles im Blick haben.