Bomben-Teil legt Bahnverkehr lahm

von Redaktion

VON ANDREA STINGLWAGNER UND LAURA FELBINGER

Mitarbeiter der Bahn hatten das verrostete kleine Teil am Morgen im Schotter der Gleise nahe dem Bahnhof Moosach gefunden. Weil zunächst niemand wusste, wie gefährlich der Fund war, rückten Bombenexperten an. Der Bahnhof wurde gesperrt.

Fahrgäste erfuhren kurz nach 8 Uhr zunächst nur, dass die Linie S1 Freising/Flughafen zum Hauptbahnhof „aufgrund einer technischen Störung“ ohne Halt von/nach Moosach verkehre. Kurz vor zehn Uhr meldete der DB Streckenagent, dass die „Entschärfung einer Bombe“ der Grund für die Störung sei.

Die S1 aus Richtung Freising/Flughafen verkehrte nur noch bis Feldmoching und wendete dort. Reisende direkt zum Flughafen sollten die S8 nehmen, bekamen die Fahrgäste schließlich in Durchsagen zu hören. Von und nach Feldmoching sollten sie auf die U2 umsteigen. Der Regionalverkehr wurde um Moosach herumgeleitet.

Auch Redakteur Oliver Menner (54) war einer der Leidtragenden: Er wollte eigentlich mit der Regionalbahn aus Freising zum Hauptbahnhof fahren. „Ich kam über eine Stunde zu spät in die Arbeit“, berichtet er.

Um 10.27 Uhr meldete die Bahn, dass ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Feldmoching und Laim eingerichtet worden sei. Erst eine Stunde später, um 11.34 Uhr, hieß es: „Die Beeinträchtigungen durch die Entschärfung einer Fliegerbombe im Raum München-Moosach sind beendet.“

Die Züge fuhren dann zwar wieder „auf der geplanten Strecke mit allen geplanten Halten“, dennoch kam es noch weiter zu Verzögerungen. Erst kurz vor halb zwei Uhr kam die Entwarnung: Die Beeinträchtigungen seien beendet. Die Münchner Polizei erklärte unserer Zeitung am Freitag, dass der Fund in Moosach keine gefährliche Bombe gewesen sei: „Wie sich herausgestellt hat, ist das Teil völlig harmlos.“ Es stammte womöglich von einer Bombe, die im Zweiten Weltkrieg detoniert war. Seitdem schlummerte es im Gleisbett. Dennoch hatte man zunächst von einer Gefahr ausgehen müssen.

Der Bomben-Ärger war am Freitag nicht das einzige Problem der S-Bahn. Auch auf der Stammstrecke gab es Verspätungen – wieder einmal just im morgendlichen Berufsverkehr. „Gegen 8 Uhr kam es zu einer Störung der Signaltechnik“, so ein Bahn-Sprecher. „Dadurch konnten wesentlich weniger Züge durch die Stammstrecke fahren, es kam zum Rückstau.“ Gegen 10 Uhr sei die Störung dann behoben worden, es gab aber noch ein bis zwei Stunden lang Folgeverzögerungen. Der Sprecher der Bahn betont: „Wir möchten uns bei allen Fahrgästen entschuldigen.“

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