Gerne hätte Manfred Jakobs am Donnerstag den 38. Geburtstag seines Sohnes in Bayern mitgefeiert. Doch stattdessen steckte er in Funchal fest. Eigentlich wäre der Flug am Dienstagabend gegen 23.15 Uhr in München gelandet. Der 72-Jährige und die anderen Passagiere hatten auch schon in der Maschine Platz genommen – doch dann die Nachricht: Defekt am Flugzeug. „Es begann ein großes Chaos“, sagt der Wahl-Portugiese. Nach längerer Wartezeit war klar, dass alle in einem Hotel auf Madeira übernachten mussten.
Gleich am nächsten Vormittag sollte es endlich weitergehen. Doch es kam anders: „Wir haben gesehen, dass am Flugzeug immer noch Techniker arbeiteten“, berichtet Susanne Bischoff, die mit ihrem Lebensgefährten Rainer Klussmann ebenfalls den Flug gebucht hatte. Besonders um ihren Hund Bruno machten sich die beiden Sorgen: „Er musste zweimal stundenlang in der Box eingesperrt sein“, sagt Klussmann.
Was die Passagiere außerdem verärgert: „Wir bekamen fast keine Informationen“, erzählt Fluggast Johanna Neumann. „Der Start hat sich immer weiter verzögert.“ Zwischendurch wurden die Passagiere noch einmal ins Hotel gebracht. Letztlich hob der Flieger erst in der Nacht zum Donnerstag gegen Mitternacht ab – ohne Susanne Neumann, Manfred Jakobs und einige weitere Fluggäste. Denn nicht alle durften mit: „Es gab wilde Gerüchte“, erzählt Klussmann. An Bord kam dann die Info, dass die Personenzahl wegen eines Schadens, der bei der Reparatur an einer Tür entstanden ist, reduziert werden musste. Jakobs blieb auf Madeira, Johanna Neumann konnte noch einen Platz in einem Lufthansa-Flieger ergattern. Viele andere mussten noch länger warten.
Es habe ein technisches Problem gegeben, „das erst nach mehreren Anläufen und dem Einfliegen von Ersatzteilen aus Großbritannien gelöst werden konnte“, erklärt das Reiseunternehmen TUI. „Wir können uns für die Umstände bei den Reisenden nur entschuldigen.“ Betroffene sollen eine Entschädigung und einen Reisegutschein bekommen.