Wechselgeld-Trick: Ratzfatz abgezockt

von Redaktion

Er wollte nur helfen – und wurde am Ende böse abgezockt. „Ich bin richtig sauer“, sagt Thomas Schiedeck (58). Er hatte am Sonntag in Solln auf seine Frau gewartet, als er gegen 13.20 Uhr an der Herterichstraße von einem Unbekannten angesprochen wurde. „Der Mann bat mich um Wechselgeld und zeigte eine Zwei-Euro-Münze vor.“ Die wollte er in Kleingeld tauschen. „Ich bin schon immer hilfsbereit gewesen“, sagt Schiedeck. Also auch dieses Mal: Nichtsahnend zückte er seinen Geldbeutel und öffnete das Münzfach. „Gerade als ich dem Mann Kleingeld geben wollte, fasste er an meinen Geldbeutel und sagte, er wolle lieber die noch kleineren Münzen haben.“

Ein perfides Ablenkungsmanöver: Denn erst Minuten später sah Thomas Schiedeck, dass alle Scheine in seinem Geldbeutel fehlten. „Insgesamt 215 Euro“, sagt er. Die hatte der Dieb während des kurzen Gespräches unbemerkt rausgezogen. „Unfassbar! Dabei hatte er sich sogar noch artig bei mir bedankt. Doch als ich den Diebstahl bemerkte, war der Täter schon längst wieder weg“, sagt Schiedeck. „Ich rief sofort die Polizei.“

„Von dem Geld wollte ich eigentlich eine Kameraausrüstung finanzieren“, erzählt der Schulweghelfer. Mit seiner Geschichte möchte er nun andere Münchner warnen. „Die Polizei sagte mir, in München sind viele Banden unterwegs. Ich kann nur appellieren, nicht so viel Bargeld mit sich herumzutragen und niemanden nah an sich herantreten zu lassen.

Zum Wechselgeld-Trick sagt die Polizei auf Anfrage: „Diese Masche ist nicht neu, aber sehr selten“, erklärt Polizeisprecher Peter Werthmann. „Gerade auch in den Zeiten von Corona sind alle Delikte in dem Bereich rückläufig – unter anderem weil einfach weniger Kontaktmöglichkeiten bestehen.“

Für Thomas Schiedeck dennoch ärgerlich. „Dass mir so etwas in einem Wohngebiet passiert, hätte ich nie vermutet. Hoffentlich schnappen sie den Dieb.“ ANDREAS THIEME

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