Riesige Rauschschwaden stiegen über der Galopprennbahn in Riem auf. In der Nacht auf Freitag ist dort eine Tribüne in Brand geraten. Eine vorbeifahrende Autofahrerin hatte die Flammen gesehen und die Feuerwehr alarmiert. Die Einsatzkräfte rückten sofort aus, um Schlimmeres zu verhindern. Die Schäden vor Ort sind dennoch enorm.
Die Polizei beziffert den entstandenen Sachschaden auf über eine Million Euro. Der Dachstuhl und das dritte Obergeschoss der sogenannten Club-Tribüne sind beinahe komplett ausgebrannt. Die darunterliegenden Stockwerke wurden durch Löschwasser erheblich beschädigt. Gegen 1 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden, erst gegen 6 Uhr waren die Arbeiten abgeschlossen. Erst dann hatten die rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr auch das letzte Glutnest gelöscht.
Zur Brandursache gibt es bisher noch keine eindeutigen Erkenntnisse. Vandalismus und Brandstiftung schließen die Ermittler nach ersten Erkenntnissen aber aus. Naheliegender ist wohl ein Kabelkurzschluss in der Decke des zweiten Obergeschosses. Abschließend sollen weitere Untersuchungen Klarheit schaffen.
Fürs Erste ist die Tribüne aber gesperrt. Die Statik macht den Verantwortlichen Sorge. „Das ist natürlich ein Schlag ins Kontor“, sagt Frank Becker, kaufmännischer Leiter des Münchener Rennvereins, der die Galopprennbahn betreibt. Immerhin sollten in der Tribüne mit der großen Glasfassade auch wieder Veranstaltungen stattfinden. Die waren in den vergangenen zwei Jahren wegen Corona komplett ausgefallen. Daher war das Gebäude am Donnerstagabend auch abgesperrt und niemand befand sich darin. Es wurde also niemand verletzt.
Auch ohne die Club-Tribüne soll das Renngeschehen in diesem Jahr wieder ganz normal durchstarten. Der Auftakt auf Oberbayerns einziger Galopprennbahn ist für den 1. Mai geplant. „Wir können sonst auf den Biergarten ausweichen oder haben im Notfall genug Platz, ein Zelt aufzustellen“, sagt Becker. Das Gelände neben der Rennbahn ist immerhin knapp 100 Hektar groß.
Und auch die langfristige Zukunft sieht gut aus: Es sei erklärter Wille des Stadtrats, die Galopprennbahn und auch die Trainingsbahn in Riem zu erhalten, heißt es vom Planungsreferat. Die Flächen waren deshalb auch nicht Teil des Planungsgebiets Münchner Nordosten.