Trauer um Karlheinz Zeilberger

von Redaktion

Der bekannte Münchner Sportmediziner verlor seinen Kampf gegen den Krebs

Er verhalf Sportlern zu ehrlichen Höchstleistungen ohne Doping, feierte als Olympia-Arzt mit Super-Stars wie Anni Friesinger-Postma unvergessene Triumphe. Vor allem aber hatte Dr. Karlheinz Zeilberger ein goldenes Herz. Er wollte nie im Rampenlicht glänzen, sondern lieber im Hintergrund helfen. Als versierter Internist und erfahrener Hausarzt rettete der gebürtige Münchner mit rechtzeitigen Diagnosen etlichen Patienten das Leben. Doch den Feind im eigenen Körper konnte selbst der Ausnahme-Mediziner Zeilberger nicht besiegen. Er starb vergangene Woche im Alter von 61 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zwischen der schockierenden Diagnose und dem Tod blieben ihm nur vier Monate.

„Mein Mann wollte noch nicht gehen“, weiß seine Ehefrau Dr. Susanne Zeilberger. „Er hat bis zuletzt tapfer gegen seine schwere Krankheit gekämpft – unglaublich mutig, ohne zu jammern.“ Und mit all dem Herzblut, das er zeitlebens investierte: in seine Familie mit den drei Kindern Anna, Benedikt und Korbinian, in seine Freunde, in seine Sportler und in seine Patienten.

„Für Karlheinz standen immer andere Menschen im Mittelpunkt, nie er selbst. Er war empathisch, bescheiden und verlässlich – als Arzt, als Kollege und als Freund“, sagt sein langjähriger Weggefährte Dr. Volker Smasal, der mit Zeilberger die Olympischen Spiele 1998 in Nagano, 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin erlebte. „Ehrlicher Sport war seine Leidenschaft, deshalb hat er auch engagiert gegen die Seuche Doping gekämpft“, erinnert sich der Gilchinger Doping-Jäger Dr. Helmut Papst.

Auch dem Coronavirus stellte sich Zeilberger mit all seiner Kraft in den Weg, impfte seine Patienten selbst in der Mittagspause und nach Feierabend. Darunter auch die Basketballer des FC Bayern, deren Nachwuchsspieler Zeilberger betreute. „Wir verlieren mit ihm einen mutigen Kämpfer gegen die Pandemie und einen in allen Lebenslagen positiven, besonnenen und aufmunternden Menschenfreund“, sagt FCBB-Abteilungsleiter Andreas Minges.

Sein Wissen gab Zeilberger, der an der LMU studierte und später als Sportmediziner an der TUM arbeitete, gerne weiter – etwa an Studenten der Campus M University. Deren Leiter Prof. Heinrich Wiedemann würdigt Zeilberger als „brillianten Hochschullehrer mit Leidenschaft und Geduld“. Lehrbeauftragte Jana Hille ergänzt: „Sein optimistisches und ansteckendes Lächeln wird uns immer fehlen.“ Auch in unserer Redaktion hinterlässt Zeilberger eine große Lücke. Er war einer der wichtigsten Partner unserer Gesundheitsberichterstattung und ein Glücksfall für unsere Leser. ANDREAS BEEZ

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