München – „Lebendige Begegnungszonen“ will Landschaftsarchitektin Regine Keller in den Straßen und auf den Plätzen um den Neubau des Wohn- und Geschäftskomplexes „Hilde“ auf dem Areal des ehemaligen Fina-Parkhauses in der Altstadt schaffen. „Ein Kleinod, das es zu entdecken gilt“, findet sie. Ihr Ziel: Weg vom anonymen Auto-Gewusel auf dem Asphalt rund um das Luxushotel Mandarin Oriental hin zu einer grünen Oase, die den Fußgänger in den Fokus rückt. Flanieren statt rangieren! Bei einer digitalen Veranstaltung hat die TU-Professorin zusammen mit BA-Mitgliedern sowie Wolfgang Roeck, Geschäftsführer beim Projektentwickler Wöhr+ Bauer, die Pläne erläutert.
Ersatz für die alte Hochgarage wurde am Thomas-Wimmer-Ring bereits durch eine Tiefgarage mit 520 Stellplätzen geschaffen. Doch zwischen Neuturm-, Hochbrücken- und Hildegardstraße klafft jetzt eine Baulücke. Hier entstehen zwei neue Stadthäuser mit Wohnungen, Büros, Geschäften und Arztpraxen. Bis 2024/2025 werden sich die Bauarbeiten hinziehen. Das Mandarin Oriental wollte hier seine Flächen erweitern, hat sich aber aus dem Projekt zurückgezogen.
Bevor alles schöner und lebenswerter wird, müssen die Autos weg. Nur wo es unbedingt nötig ist, soll der Verkehr weiterhin rollen. Schon jetzt ist ein Teil der Hochbrückenstraße für Pkw gesperrt.
Zahlreiche Parkplätze sollen entfallen. Es gibt zwei Möglichkeiten. Variante eins: Alle 122 Stellplätze an der Oberfläche werden gestrichen, die Autos finden Platz im neuen Parkhaus am Thomas-Wimmer-Ring. Variante zwei: 67 neue Anwohner-Stellplätze werden in der neuen Tiefgarage „Hilde“ geschaffen.
Regine Keller sieht „Potenziale in diesem städtebaulichen Umfeld“ und will mit neuen Aufenthaltsangeboten auch an die Geschichte des Ortes anknüpfen. Am historischen Kosttor etwa könnten die Bodensignaturen wieder sichtbar gemacht werden und den Platz verschönern. Barrierefreiheit soll ein einheitliches Bodenpflaster garantieren. Als Vorbild gilt der neu gestaltete Wedekindplatz in Schwabing. Den frisch begrünten Plätzen will Keller mit Spielgeräten und einem Brunnen neues Leben einhauchen. Hier sollen sich Alt und Jung ganz ohne Autoabgase begegnen und austauschen.