Anstehen ab 2 Uhr nachts

von Redaktion

Am Amt für Wohnen und Migration bildeten sich erneut lange Warteschlangen – Sozialreferat verspricht Verbesserungen

Die Menschen frieren, Ältere haben sich Stühle mitgebracht, Kinder weinen – auch am Dienstag warten wieder Hunderte Ukrainer vor dem Amt für Wohnen und Migration in der Werinherstraße (Obergiesing). Hier sollen sie Bargeld, Kleidung und die notwendigen Dokumente für eine ärztliche Versorgung bekommen. Wie zuletzt, werden die meisten Ukrainer mit leeren Händen weggeschickt.

Ein Wachmann erzählt, dass die Ersten gegen 2 Uhr nachts die Warteschlange eröffnet haben. Tagsüber öffnet die dort ansässige Firma Nokia den Geflohenen die Türen. Hier können sie sich aufwärmen und die Toilette benutzen. Die Campus-Küche bringt warme Suppe.

Es zeigt sich einmal mehr, wie hilfsbereit die Münchner sind. An die notwendigen Papiere kommen die Flüchtlinge dadurch allerdings nicht schneller. Nun verspricht das Sozialreferat Besserung: „Wir haben das Personal für die Bearbeitung der Anträge gestern schon aufgestockt und schalten laufend weiter Personal zu“, sagt Sozialreferentin Dorothee Schiwy. Menschen, die in München privat untergebracht seien, könnten sich ab Mittwoch oder Donnerstag direkt an die Sozialbürgerhäuser wenden. Davon gibt es in München zwölf. Welches Sozialbürgerhaus für die Beantragung zuständig ist, richtet sich nach dem Wohnort. „Außerdem stellen wir sicher, dass Menschen, die akut einen Krankenschein benötigen, und ältere Menschen vorgezogen werden“, betont Schiwy.

Zum Hintergrund: Wie das Sozialreferat mitteilt, beläuft sich die durchschnittliche Antragszahl im Bereich Asylbewerberleistungsgesetz normalerweise auf 50 Anträge pro Woche. Am Montag hätten die Mitarbeiter im Amt für Wohnen und Migration Anträge für 900 Menschen an einem Tag bearbeitet. Die SPD/Volt-Fraktion im Stadtrat fordert derweil mehr Hilfe und digitale Angebote bei Behördengängen sowie sozialpädagogische Unterstützung für Geflüchtete.  pp

Artikel 2 von 4