Tödlicher Bandenstreit

von Redaktion

VON NADJA HOFFMANN

Jugendbanden, die in Hinterhöfen ihre Fehden austragen. Schlägereien, die mit Todesopfern enden: Solche Vorfälle verbindet man eigentlich nicht mit dem an sich so beschaulichen München. Umso mehr schockiert die Gewaltexplosion, zu der es am Montagnachmittag in Milbertshofen gekommen ist. Am Korbinianplatz haben sich am helllichten Tag zwei Gruppen attackiert. Es kam zu einer Massenschlägerei, bei der ein Iraker (18) getötet wurde. Ein 15-jähriger Deutsch-Türke kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Was der Auslöser für die Auseinandersetzung war, ist jetzt Teil der polizeilichen Ermittlungen. Wie es aus dem Präsidium heißt. gibt es einerseits noch viele Fragezeichen. Anderseits will man zu einem so frühen Zeitpunkt der Ermittlungen nicht alle Informationen herausgeben.

Deshalb bleibt unklar, wie viele Jugendliche und Heranwachsende an der Schlägerei beteiligt waren. „Wir bewegen uns im zweistelligen Bereich“, heißt es lediglich von Seiten eines Sprechers.

Genauso bedeckt hält sich die Polizei bei der Todesursache des Irakers. So bleibt offen, ob bei der Tat eine Schusswaffe oder ein Messer im Spiel waren.

Der junge Mann wurde bei laufender Reanimation vom Rettungswagen weggebracht. Die Versuche, sein Leben zu retten, blieben aber ohne Erfolg. Bei dem 15-jährigen Opfer, das ebenfalls ins Krankenhaus gekommen ist, habe „scharfe Gewalt“ zu den schweren Verletzungen geführt. „Akute Lebensgefahr besteht für ihn aktuell nicht“, teilt der Sprecher mit.

Offenkundig ist, dass beide Opfer polizeibekannt waren. Und dass ein Anwohner die Polizei gerufen hat, als er den eskalierenden Konflikt auf einem Grünstreifen am Korbinianplatz beobachtete. Dort wurden nach dem Polizeieinsatz umgehend „akribische Sicherungsmaßnahmen der Spurensicherung“ vorgenommen. „Die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat und den Tätern dauern an.“ Erschwert werden sie dadurch, dass viele Beteiligte davongerannt sind, als sich die Polizei dem Tatort näherte.

Zeugenhinweise

können unter Telefon 089/29 100 gegeben werden.

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