Spielwaren Obletter gerettet

von Redaktion

Happy End für das Spielwarengeschäft Obletter: Der Traditionsladen am Stachus muss nun doch nicht Anfang 2023 schließen. Die Bayerische Hausbau, Eigentümerin der Immobilie, und die Pächterin der Verkaufsfläche, die Müller Handels GmbH, gaben am Montag bekannt, den Mietvertrag zu verlängern.

Dabei schienen zum Jahreswechsel bereits alle Verhandlungen gescheitert zu sein. Am 31. Januar 2023 sei Schluss, hieß es. Nach Kaut-Bullinger und Sport Münzinger wäre es das nächste Aus für ein Münchner Traditionshaus in der Innenstadt gewesen.

Nun jedoch die spektakuläre Wende. Laut Bayerischer Hausbau sei gemeinsam mit Müller eine Lösung gefunden worden, um Obletter zu retten. Vermutlich geht es dabei um die Miethöhe und Dauer. Wie lange der Vertrag verlängert wurde, darüber haben allerdings beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Die Bayerische Hausbau habe jedenfalls in den vergangenen Monaten nicht in ihrem Bemühen nachgelassen, den langährigen Mieter zu halten. Und Müller sei von der Resonanz der treuen Obletter-Kunden auf die angekündigte Schließung überwältigt gewesen, teilt die Hausbau mit. Dass die „Institution“ erhalten bleibt, bezeichnet Christian Balletshofer, Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau, als gute Nachricht für die Münchner Familien und die Attraktivität der Innenstadt.

Obletter verkauft auf zwei Etagen und 1500 Quadratmetern Fläche klassisches Spielzeug, das man sonst selten findet, wie Schaukelpferde, Holzspielzeug, Brettspiele, Marionetten und Dampfmaschinen. Natürlich ist in der Spielwarenwelt auch sonst alles zu finden, was das Kinderherz begehrt: Kuscheltiere, Baukästen, Puppen, Eisenbahnen.

Die Firmenhistorie reicht bis ins Jahr 1825 zurück. Damals kam Josef Obletter aus Südtirol in die Stadt – im Gepäck handgeschnitzte Holzfiguren – und gründete am Marienplatz ein Spielwarengeschäft. Obletter war damals auch königlicher Hoflieferant. 1927 zog das Geschäft in das noch heute bestehende Haupthaus an den Stachus. 1997 übernahm die Drogeriekette Müller den Traditionsladen. Zahlreiche Obletter-Filialen wurden geschlossen oder verkauft, nur das Geschäft am Stachus blieb übrig. KLAUS VICK

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