28 Jahre lang – von ihrer Gründung 1970 bis zur offiziell verkündeten Selbstauflösung 1998 – hat die Rote Armee Fraktion ganz Deutschland in Schrecken versetzt. Die terroristische Vereinigung war verantwortlich für dutzende Morde an hochrangigen Personen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, sie tötete auch rücksichtslos Polizisten, Soldaten und Unbeteiligte. Gegründet unter anderen von Andreas Baader und Ulrike Meinhof, hieß die Gruppierung zunächst Baader-Meinhof-Bande – und sie zog auch eine Blutspur durch München und Bayern.
1972 der Anschlag aufs LKA in München, am selben Tag auf das Polizeipräsidium Augsburg. Hier hatten die Beamten zum Glück gerade Mittagspause, sonst hätte es ein Blutbad gegeben. Im Dezember 1984 verübte das „Kommando Jan Raspe“ einen Anschlag auf die Nato-Schule in Oberammergau. Das Vorhaben, bei dem 25 Kilo Sprengstoff in die Luft gejagt werden sollten, scheiterte aus technischen Gründen. Im Februar 1985 wurde der Manager Ernst Zimmermann (55), Vorstand der Motoren- und Turbinen-Union, in seinem Haus in Gauting von einem RAF-Kommando erschossen.
Nächster Mord am 8. Juli in Straßlach. Eine ferngezündete Bombe sprengte das Auto, in dem der Siemens-Forschungs-Chef Karl Heinz Beckurts (56) und sein Chauffeur Eckhard Groppler (42) sitzen, in die Luft. ast