Auf den Straßen im Glockenbachviertel ist am Sonntagmorgen meist nicht allzu viel los. Gestern aber haben sich tausende Münchner in dunkelblauen Trikots in Richtung Blumenstraße aufgemacht, um gemeinsam 5,4 Kilometer zu laufen. Damit setzten sie ein deutliches Zeichen für den Frieden. Den Benefizlauf hatte das Kulturzentrum Bellevue di Monaco organisiert. Für die meisten Teilnehmer, ob prominent oder nichtprominent, zählte nicht unbedingt die persönliche Bestzeit, sondern vor allem eines: Gutes tun.
Mehr als 6500 Menschen waren offiziell angemeldet, so Organisator Till Hofmann. Er schätzte aber, dass schlussendlich doch noch mehr Läufer gekommen sind. Der Chef des Bellevue di Monaco schwärmte: „Wir hatten Glück mit dem Wetter. Tausende singen zu ,Ein Kompliment’ von den Sportfreunden Stiller. Es geht nicht schöner.“ Die Band stimmte die Läufer vor dem Start ein. „Friede, sich zu begegnen und für etwas einzusetzen sind unglaublich wichtige Themen unserer Zeit“, sagte Bassist Rüdiger Linhof.
An der Startlinie versammelten sich einige der prominenten Unterstützer der Aktion. Darunter Kabarettist Willy Astor: „Man muss versuchen, etwas in Bewegung zu bringen.“ Auch Fußball-Weltmeister Paul Breitner kam zum Benefizlauf. Ein Zeitziel hatte er sich nicht gesetzt. „Es geht darum, den Lauf zu genießen und die Möglichkeit zu nutzen, mit einfachen Mitteln zu helfen.“ Schauspieler Stephan Zinner blieb bei seinen Ambitionen ebenfalls bescheiden: „Durchkommen“. Es stehe eher der olympische Gedanke im Vordergrund. „Ich bin kein Läufer, sondern für den Zweck dabei. Für den müssen wir trommeln – ihr, wir, alle.“
Den Countdown übernahm Oberbürgermeister Dieter Reiter. Runtergezählt wurde nicht nur in deutscher, sondern auch in ukrainischer und englischer Sprache. Dann setzte sich die Masse in Bewegung. Jubelnd und klatschend. Immer den Altstadtring entlang.
Die Einnahmen gehen an Geflüchtete aus Kriegsgebieten. Das Spendenziel war bei 125 000 Euro angesetzt. Die Summe knackte die Initiative bereits vor dem Lauf. „Das Ziel ist nach oben offen“, sagte Hofmann. Wie hoch der Betrag final ausfiel, war am Sonntag noch nicht klar.