Noch bevor die Gipfelgäste überhaupt angereist sind, startete am Freitagabend der Demo-Marathon an diesem Wochenende. Rund 200 Anhänger der Klimaschutzbewegung Fridays for Future trafen sich am Odeonsplatz, um im Vorfeld des Gipfels auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Angemeldet waren eigentlich 1000 Teilnehmer. Der Demozug durch die Maxvorstadt war somit allenfalls ein kleiner Vorgeschmack auf das lange Demo-Wochenende.
Das wird seinen Höhepunkt am Samstag erleben. Um zwölf Uhr startet die größte Demonstration gegen das Treffen der G7 mit einer Kundgebung auf der Theresienwiese. 20 000 Teilnehmer hat die Organisation „NaturFreundeDeutschlands“ angemeldet – unter dem Motto: „G7 Demo: Klima retten! Artenvielfalt schützen! Armut bekämpfen!“ Die Polizei rechnet mit bis zu 35 000 Teilnehmern, darunter auch einigen, die den Beamten Probleme machen könnten: Bis zu 1000 Teilnehmer aus dem linksautonomen Spektrum erwartet die Polizei, die eine besondere Mobilisierung in sozialen Medien festgestellt hat. Einsatzleiter und Polizei-Vizepräsident Michael Dibowski will sich von ihnen nicht den Schneid abkaufen lassen. „Sollten Angehörige der linksautonomen Szene versuchen, ihr Gewaltpotenzial im Schutz der Mehrheit friedlicher Versammlungsteilnehmer auszuleben, wird die Münchner Polizei konsequent dagegen vorgehen“, sagte Dibowski im Vorfeld des Gipfels – und steckte damit die Marschroute für die Polizei an diesem Wochenende ab.
Nach der Kundgebung wird sich der Demonstrationszug einmal durch die südwestliche Innenstadt bewegen. Über die Poccistraße geht es dann über die Lindwurm-, Herzog-Heinrich-Straße, den Kaiser-Ludwig-Platz, die Herzog-Heinrich-, Paul-Heyse-, Schwanthaler-, Sonnenstraße, Sendlinger-Tor-Platz, Lindwurm- und Poccistraße entlang wieder zurück zur Theresienwiese. Die Sperrungen werden voraussichtlich länger als die angekündigte Demo von 12 bis 17.30 Uhr andauern – schließlich ist mit einer großen Menschenschlange von mehreren Kilometern zu rechnen.
Ein weiterer Grund für gleich mehrere Demonstrationen rund um den G7-Gipfel ist der Besuch des indischen Premierministers Narendra Modi, der in München übernachten soll. Diese Demonstrationen, bei denen sich sowohl Anhänger als auch Gegner des Premierministers zu Wort melden, konzentrieren sich auf den Sonntag. Bereits ab 4.30 Uhr in der Früh soll es zu einer ersten Versammlung mit 50 bis 70 Teilnehmern an der Maximilianstraße 31-33 kommen – neben dem Gucci Store, wie es vom KVR heißt. Weitere Demonstrationen folgen von 11.30 bis 15.30 Uhr am Odeonsplatz, von 13 bis 18 Uhr an der Siegenburger Straße/Ecke Grasweg, von 14.30 bis 18 Uhr am Stachus und Marienplatz sowie von 16.30 bis 19 Uhr am Odeonsplatz.
Wer am Wochenende in München unterwegs ist, muss sich also auf zahlreiche Einschränkungen einstellen. Nicht nur wegen der angekündigten Demonstrationen, sondern auch wegen der möglichen Transferfahrten von Teilnehmern zum G7-Gipfel wird vielerorts kein Durchkommen sein. Sollte es das Wetter zulassen, werden die Staats- und Regierungschefs per Hubschrauber nach Elmau gebracht. Sollte diese Art des Transports nicht möglich sein, müssen die Gipfel-Gäste die Straße benutzen –die dann kurzfristig für sie gesperrt werden muss.
Dabei wäre auch ohne den G7-Gipfel genug in München los: Die Fantastischen Vier treten am Samstag am Königsplatz auf, im Olympiapark steigt das Actionsportfestival Mash und auch das Tollwood-Festival dürfte viele Gäste anlocken
Auf Twitter will die Polizei während des Wochenendes immer aktuell über einen Verkehrs-Ticker bekannt geben, wenn temporäre Sperrungen vorgenommen werden müssen. Der dringende Rat der Polizei: „Steigen Sie vom Privat-Pkw auf ÖPNV oder Fahrrad um.“