München – Armin Wittmann (55) hat demnächst Grund zu feiern: Bald 40 Jahre ist er als Fachangestellter für Bäderbetriebe in den Münchner Schwimmbädern für die Stadtwerke im Dienst. Im Jahr 1983 begann Wittmann seine Ausbildung, damals noch zum „Schwimmmeistergehilfen“. Für ihn ein Traumjob – den heute kaum noch jemand machen will.
Das bekommt Wittmann als Fachausbilder Bäder besonders zu spüren. Denn die meisten jungen Leute wollten nicht als „Bademeister“ abgestempelt werden, sagt Wittmann, der nach wie vor für seinen Job brennt: „Es gibt wenig Berufe, in denen man so vielseitige Aufgabengebiete hat. Diese Bandbreite macht den besonderen Reiz für mich aus: Wir führen die Aufsicht über den gesamten Bäderbetrieb, sind vor allem für die Betreuung der Kunden zuständig und schützen sie vor Gefahren beim Schwimmen. Dazu üben wir viele verwaltungstechnische Aufgaben aus – zum Beispiel Kassieren, Beschaffung von Betriebsmitteln –, nehmen technische Wartungen an den Anlagen vor, führen Wasserproben durch und geben kleinen und großen Gästen Schwimm- und Sportkurse.“
Wittmann freut sich, dass er auch dieses Jahr wieder fünf top ausgebildete Fachangestellte in den Bäderbetrieb der Stadt übernehmen kann. Für Wittmann sind neben Affinität zum Schwimmen und sportlicher Betätigung vor allem der Spaß im Umgang mit Kunden und an der Arbeit im Team wesentliche Voraussetzungen, um den Beruf erfolgreich auszuüben. Es schade auch nicht, ein gewisses naturkundliches und technisches Interesse mitzubringen – für die sogenannten „Keller-Themen“: Filter, Lüftung und Pumpe müssen regelmäßig geprüft, Chlorwerte berechnet und diverse Messungen durchgeführt werden.
Während ihrer Ausbildung verdienen die angehenden Bäder-Fachangestellten zwischen 1086,26 Euro im ersten bis 1164,02 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Die Azubis arbeiten im Gleitzeit-Modell zwischen 6.30 bis 19.30 Uhr – und nie am Wochenende. Zusätzlich finanziert die Stadt die Hälfte des Job-Tickets. „Unser Beruf geht mit viel Verantwortung einher, denn wir arbeiten mit Menschen, für deren Sicherheit und Wohlergehen wir im Bad zuständig sind“, sagt Wittmann.
Das möchte er auch seinen Azubis vermitteln, die zum Berufsstart gar nicht so schlechte Arbeitsbedingungen erwarten: Im ersten Jahr beträgt das Gehalt eines Fachangestellten für Bäderbetriebe 2878,46 Euro brutto, plus 175 Euro Schichtzulage. Trotzdem haben sich die Ausbildungsplätze in München heuer nur langsam gefüllt. „Den letzten Platz haben wir erst Ende Juni besetzt – sonst waren wir fast ein Jahr vor Ausbildungsbeginn im September schon voll“, sagt Wittmann. „Wir müssen raus aus dem Dasein als Nischenberuf, damit der Job für junge Leute bekannt und attraktiver wird.“