17 Quadratmeter für 163 000 Euro

von Redaktion

München – Ein winziges Häuschen mitten im hippen Münchner Werksviertel, direkt unterm Riesenrad: 163 000 Euro würde es kosten, wenn man dieses 17 Quadratmeter kleine „Tiny House“ wirklich dort kaufen könnte. Immowelt hat als plakative Aktion dieses mobile Häuschen in mehreren deutschen Großstädten aufgestellt. Und wenig überraschend: Nirgends wäre es so teuer wie hier. In Hamburg müssten Käufer 105 000 Euro berappen, in Berlin 96 000, in Köln 142 000 – direkt am Rheinufer.

Doch wie sind die Münchner Immobilien-Preise im Detail? Aktuell liegt der Quadratmeterpreis für eine beispielhafte Eigentumswohnung im Bestand in München (drei Zimmer, 70 Quadratmeter) bei 9504 Euro. „Somit weist die bayerische Landeshauptstadt die höchsten Preise für Wohneigentum unter allen deutschen Großstädten auf“, so Immowelt. Das teuerste Viertel ist Altstadt-Lehel – hier kostet der Quadratmeter 15 162 Euro. Um fast die Hälfte günstiger ist’s im Münchner Westen: 7927 Euro in Aubing-Lochhausen-Langwied. Aber: „Selbst die günstigsten Münchner Bezirke sind immer noch teurer als jede andere deutsche Großstadt“, hat Immowelt analysiert. Hohes Niveau auch nach wie vor im Umland: In Starnberg etwa kostet der Quadratmeter 7558 Euro. Am günstigsten im Speckgürtel sind aktuell Eigentumswohnungen im Kreis Erding (5468 Euro pro Quadratmeter).

Dennoch kann man eine neue Entwicklung beobachten. Gingen in den letzten Jahren die Angebotspreise für Eigentumswohnungen durch die Decke – seit 2017 haben sie sich um 45 Prozent verteuert –, scheint nun der Gipfel erreicht.

„Der Boom endet“, sagt Alexander Grohmann, Immowelt-Marktanalyst. Kaufpreisschätzungen bis zum Ende des Jahres zufolge werde es eher eine Stagnation geben. Die Gründe: die stark gestiegenen Zinsen für Baudarlehen, Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und die hohe Inflation.

Das heißt für die Münchner Mieter: Die Nachfrage nach Kaufimmobilien sinkt, die nach Mietwohnungen steigt somit wieder – und das Angebot wird noch knapper. Und so steigen die Mietpreise weiter, trotz des ohnehin schon unerträglich hohen Niveaus. Alexander Grohmann prophezeit: „Das Ende ist noch nicht erreicht…“ VON ANDREA STINGLWAGNER

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