München – Allein? Selber schuld! Aufgeben? Warum, nicht mit mir! Das Leben ist zu kurz für Langweiler. Das sind Sätze nach dem Geschmack der Dolly Dollar. Jener Münchnerin, die eigentlich Christine Zierl heißt. Jener Schauspielerin, die heute ihren 60. Geburtstag feiert, obwohl man’s ihr nicht ansieht. Jener Frau, die als Sex-Symbol galt und gilt – und die trotzdem als Single lebt.
Mit Verlaub, warum ist eine wie sie in München alleinstehend? Wo sich reihenweise tolle Männer auf der Straße nach ihr umdrehen? Sie lacht, ganz fröhlich: „Single – das ist doch toll! Wenn es sich einmal einsam anfühlt, brauche ich mir nur zu sagen: Besser einen Tag grantig allein als die ganze Zeit in einer Beziehung, die nicht läuft. Was gibt es Schlimmeres als eine Ehe, in der der Partner nicht für einen da ist?“ Die miesen Tage gibt es bei Christine ohnehin nicht so oft. Dazu gibt es zu viel im Leben zu feiern.
Und Familie hat sie auch – bloß nicht mehr in München. Drei Söhne hat sie, „sie haben ihren Weg gemacht, ich bin stolz. Wenn du als Mutter sagen darfst, die Kinder finden sich im Leben gut zurecht, dann hast du viel richtig gemacht. Jetzt gibt es auch schon eine Enkelin, das macht mich echt glücklich.“ Zwei Söhne leben in Norddeutschland, einer hat als Geschäftsmann in China Erfolg.
Christine Zierl selber wohnt im Münchner Norden, da lebt sie zusammen mit ihrem Hund Mr. Little. Ab und zu macht sie Filme, im Herbst steht sie in „Hundswuat“ vor der Kamera. „Es ist immer noch ein Riesenglück, ich habe einen unbändigen Spaß, wenn ich Menschen unterhalten kann.“ Dann ist sie wieder die „Dolly Dollar“, die noch immer leidenschaftlich mit der Kamera flirtet.
Die andere Christine ist die Frau Zierl von nebenan. Die für ein kleines Glück kein großes Getue braucht. Die sich liebevoll an ihre Mama Martha erinnert, die vor einem Jahr gestorben ist. Die über ihre Kindheit sagt: „Wir waren eine glückliche kleine Familie im Hasenbergl, die nicht viel hatte. Aber es wurde gelacht, und da war eine Liebe.“
Das Madl hieß damals Christina Giannakopoulos. Zum Ballett ist sie gegangen und hat eine Weile geträumt, dass der Spitzentanz ihre Bestimmung würde. Doch dann hat sich Christina wundervoll herausgewachsen – „das war zu viel Busen fürs Ballett“. Sie ging an die Schauspielschule, Produzent Carl Spiehs hat sie entdeckt, der vor wenigen Tagen verstorbene Regisseur Klaus Lemke hat sich in sie verguckt und einen neuen Namen für sie erfunden. Fortan hieß sie „Dolly Dollar“ – selbst als sie den Kollegen Helmut Zierl heiratete. Seinen Namen hat sie auch nach der Scheidung behalten. Wobei: Für viele bleibt sie sowieso einfach „die Dolly“. Sie selber sagt: „Was soll’s? Ich kann es nicht ändern. Die Leute mögen mich – ob sie mich ,Dolly‘ nennen oder ob ich die Christine für sie bin. Für die meisten bin ich okay.“
Wie stellt sie sich den perfekten Geburtstag vor? „Ganz einfach. Früh raus. Die Sonne scheint. Mit Mister Little drehe ich eine Runde, vielleicht kraxeln wir auf den Olympiaberg. Wir frühstücken, ich packe die Badesachen ein, wir fahren gemütlich an den Starnberger See, das Dach vom Cabrio ist offen, vielleicht gibt es Bryan Ferry im Radio. Übrigens: Den Bryan habe ich gut gekannt…“