München – Dumpfes Hämmern dröhnt durch den U-Bahn-Schacht, hinter Bauzäunen verlegen Handwerker große Fliesen, von den Decken hängen bündelweise Kabel: Der U-Bahnhof Sendlinger Tor ist aktuell die größte U-Bahn-Baustelle Münchens. Dort entsteht gerade ein schicker Zukunftsbahnhof. Eigentlich sollte die Modernisierung am Sendlinger Tor bis Mitte 2023 fertig werden, doch das könnte sich nun nach Informationen verzögern. Der Grund: Die vielen Großveranstaltungen in München haben den Bau heuer ausgebremst. Es bestehe nun die Möglichkeit, dass die Arbeiten erst Ende des kommenden Jahres fertig werden, anstatt wie geplant zwischen Juli und September (im 3. Quartal), sagt ein Sprecher der Stadtwerke München (SWM) gegenüber unserer Zeitung.
Denn: Wegen Mega-Konzerten wie jüngst von Helene Fischer oder Andreas Gabalier an der Messe Riem und riesigen Sport-Events wie den European Championships waren besonders viele Menschen mit den U-Bahnen unterwegs. Deshalb konnten die Stadtwerke Sperrungen für den Bau am Sendlinger Tor nicht wie geplant durchführen oder mussten sie verschieben. Nicht alle diese Events seien bereits bei der Planung absehbar gewesen – gebaut wird am Sendlinger Tor seit 2017. Und wenn man nicht sperren kann, kann man nicht in Ruhe bauen.
Das bringt das Projekt nun durcheinander. „Voraussichtlich müssen die entfallenen Sperrungen dieses Jahres im Jahr 2023 nachgeholt werden“, sagt der SWM-Sprecher. Weil jedoch alle Baumaßnahmen ineinander greifen, können die verschobenen Sperrungen wiederum die weiteren Schritte verzögern. Derzeit prüfe man noch, ob sich die Verzögerungen gegebenenfalls kompensieren lassen, teilen die Stadtwerke mit. Noch strebe man an, am bisherigen Zeitplan festzuhalten. Eine abschließende Bewertung sei erst Ende dieses Jahres möglich.
Sicher ist: Fahrgäste müssen sich für die nachzuholenden Sperrungen auf Einschränkungen einstellen – wie Pendelverkehr im 15-Minuten-Takt auf der U3 und U6 zwischen Goetheplatz und Odeonsplatz sowie Unterbrechungen der U1 zwischen Hauptbahnhof und Kolumbusplatz an Wochenenden – auch aktuell gibt es Einschränkungen auf einigen Linien. JULIAN LIMMER