Viel Neues auf der Wiesn

von Redaktion

Technik-Offensive bei den Sanitätern, der Traum von einem Zelt und frisches Bier

VON LEONI BILLINA UND PHILLIP PLESCH

Es ist ein Neustart nach zwei Jahren Abstinenz. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es die ein oder andere Neuerung beim Oktoberfest gibt. Ein Blick auf die Vorbereitungen der Sanitäter und Wirte.

Sanis rüsten auf

Was auch immer auf dem Oktoberfest passiert: Der Sanitätsdienst ist vorbereitet. Das ist die Botschaft, die die Aicher-Ambulanz gestern beim Presserundgang durch die Räume auf der Theresienwiese verbreitet. Nach zwei Jahren ohne Oktoberfest haben die Sanitäter aufgestockt – und heuer einige Neuerungen parat.

Die Wiesn-Sanitätsstation (direkt hinterm Schottenhamel-Zelt) wird heuer auch nachts betrieben – mit reduziertem Personaleinsatz. Bisher war um 1.30 Uhr Schluss. Wer dann noch behandelt werden musste, kam ins Krankenhaus. Das muss jetzt nicht mehr sein. Vorteil: Die Kliniken werden entlastet, der Rettungsdienst muss weniger Transporte bewältigen.

Um das zu stemmen, wird die Sanitätsstation aufgestockt. Es gibt insgesamt 47 Behandlungsliegen und damit sechs mehr als noch 2019. Auch die Anzahl der insgesamt eingesetzten Kräfte steigt. Waren es vor drei Jahren noch etwa 400, sind es heuer 455. Um etwaige krankheitsbedingte Ausfälle aufzufangen, wurden zudem noch mal zehn Prozent mehr Personal eingeplant, berichtet Geschäftsführer Peter Aicher. Pro Tag werden 110 Sanitäter und zehn Ärzte im Einsatz sein. Insgesamt waren rund 1000 Bewerbungen für den Sanitätsdienst eingegangen – aus ganz Deutschland und aus Österreich und Italien.

Alle Einsatzkräfte sind dreifach geimpft. Für sie gilt, anders als für ihre Patienten, die FFP2-Maskenpflicht. Standardmäßig werden auch keine Corona-Tests gemacht. „Nur, wenn aufgrund von Fieber und Atemwegsbeschwerden der Verdacht besteht“, erklärt Chefarzt Dr. Philip Kampmann. Nach zweieinhalb Jahren ist die Sanitätsstation wieder für die Versorgung der Wiesn-Patienten gedacht – Corona-Test und Impfungen gibt’s an anderer Stelle.

Außerdem heuer neu: Im Bereich der Telemedizin wird das Videosystem IRIS getestet. Dabei tragen die Einsatzkräfte der Tragestaffel eine Kamerabrille. Die Bilder können an den Arzt in der Einsatzzentrale gesendet werden. Der kann daraufhin eine Handlungsempfehlung aussprechen und gegebenenfalls sogar notärztlich delegieren. Das spart wieder Zeit, unnötige Wege – und den Patienten kann schneller geholfen werden. 2019 wurden rund 7000 Patienten von den Wiesn-Sanitätern versorgt.

Zelttraum wird wahr

Im Mai 2022 war es so weit. „Ein Tag, den ich nie vergessen werde“, sagt Alexander Egger. Denn für das Ehepaar Kathrin Wickenhäuser-Egger (43) und Alexander Egger (46) ist nach zwölf Jahren ein Traum in Erfüllung gegangen: ein eigenes Wiesn-Festzelt. Die Münchner Stubn feiert in Anlehnung an das Wirtshaus in der Bayerstraße heuer Premiere auf dem Oktoberfest. Mit im Boot: ihr Geschäftsführer Gerd Schmitz (52), der bereits 20 Jahre Volksfesterfahrung mitbringt.

Festbier angezapft

Zwei Schläge, dann: „O’zapft is!“ Die Braumeister von Paulaner, Christian Dahncke, und Hacker, Rainer Kansy, haben gestern das erste Wiesnbier angezapft. „Ausgewogen Malz- und Hopfenaromatisch, sehr mild und mit einer feinen Bittere“, schwärmt Dahncke über sein Paulaner. Auch Hacker-Braumeister Kansy ist von seinem Hopfensaft überzeugt: Charaktervoll und malzaromatisch sei das diesjährige Hacker-Wiesnbier. Heuer können die Wiesnbiere nach zwei Jahren auch endlich wieder dort verkostet werden, wo sie hingehören: aufs Oktoberfest.

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