Dantebad macht dicht

von Redaktion

Schock für die Schwimmfreunde im Münchner Nordwesten und in der ganzen Stadt: Münchens einziges Winter-Warmfreibad, das Dantebad an der Postillonstraße, geht nicht in die Wintersaison, sondern schließt im Herbst und Winter. Das teilten die Stadtwerke gestern mit. Schon am kommenden Montag ist der vorerst letzte Badetag. Schuld daran ist die Energiekrise.

Wenn es draußen kalt wird, dampft es im Dantebad. Es ist offensichtlich, was Bäderchefin Nicole Gargitter erklärt: „Die beiden großen Becken, die komplett im Freien liegen, haben einen besonders hohen Energieverbrauch, wenn die Umgebungsluft abkühlt.“ Denn selbst bei Minusgraden war die Wassertemperatur dort bislang immer angenehm warm. Laut SWM werden die Becken mit Fernwärme versorgt. Nun ist damit aber Schluss.

Es stellt sich die Frage: Was ist mit den Außenbecken der Hallenbäder, die ja ähnlich viel Energie verbrauchen? Und wie geht es mit den Saunen der städtischen Bäder weiter, die derzeit aus Energiespargründen geschlossen sind? Im Winter ist der Saunagang für viele Münchner ein festes Ritual. „Bezüglich der Saunen und der Hallenbad-Außenbecken bitten wir um etwas Geduld. Zum weiteren Vorgehen laufen noch die Gespräche“, heißt es vonseiten der SWM.

Wie gerne die Münchner schwimmen gehen, zeigt diese Zahl: Gegen Ende der Saison, die heuer am 2. Mai startete, zählen die Stadtwerke – Stand gestern – rund 953 000 Besucher in den Freibädern. Ein heißer Sommer und eine Saison ohne Corona-Beschränkungen bringen eine gute Bilanz. Zum Vergleich: 2021 waren es bei durchwachsenem Sommerwetter unter Corona-Schutzvorgaben rund 670 000 Gäste. Vor Corona, im Jahr 2019, kamen knapp über eine Million Freibad-Gäste.

Neu in dieser Freibadsaison war die Möglichkeit, das Bäderticket vorab online zu lösen. Das kam sehr gut an: Rund 33 000 Onlinetickets wurden im Zeitraum 8. Juni bis 6. September gekauft. Am Montag zum Ende der Sommerferien endet für fast alle Freibäder die Saison, nämlich für das Freibad West, Michaeli-Freibad, Naturbad Maria Einsiedel, Ungererbad und eben diesmal auch für das Dantebad. Nur das Schyrenbad geht wie üblich in die Sommersaison-Verlängerung bis 30. September – nach dem 12. September allerdings ohne Beckenheizung. Die Duschen bleiben warm. Der Eintrittspreis fürs Schyrenbad wird vom 13. bis 30. September auf 3 Euro gesenkt.

Eine Ausnahme gibt es aber bei der Schließung des Dantebades. Am 16. September öffnet es noch mal, aber nur für tierische Besucher mit Begleitung. Wie auch in den vergangenen Jahren findet dann zum Abschluss der Hundebadetag im FKK-Bereich statt (10 bis 18 Uhr). Die Chlorung des Beckens wird eingestellt, die Hunde können nicht nur schwimmen, sondern auch schlabbern. NINA BAUTZ

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