Das Drama mit dem Leihauto

von Redaktion

München – Annette U. aus Geislingen an der Steige in Baden-Württemberg war im Sommer mit einem Leihauto in München im Urlaub. Nach einem kleinen Unfall parkte sie den Wagen – und findet ihn nicht mehr. Täglich werden seitdem hohe Leihgebühren fällig.

In der letzten Augustwoche hatte die Frührentnerin beim ADAC einen Opel Mokka, einen anthrazitfarbenen Kleinwagen mit dem Kennzeichen WI CM 2147, gemietet. Sie verbrachte eine schöne Zeit in München, aber am 31. August kam es zu dem folgenschweren Unfall in Giesing. „Ich wollte das Auto in einer Gasse wenden und bin rückwärts in ein anderes Auto gefahren.“ Annette U. meldet den Unfall bei der Polizei, danach ist sie noch ziemlich durcheinander. Sie stellt das Auto an einem Parkplatz ab und fährt mit der U-Bahn zu ihrem Hotel, um sich zu beruhigen. Aber am nächsten Morgen findet sie das Auto nicht mehr. „Ich kann mich einfach nicht mehr erinnern, wo das war. Ich weiß nur noch; Dort waren helle Häuser zu sehen – eventuell Wohnungen für Familien.“ Und sie erinnert sich, dass auf dem Parkplatz kaum Bäume standen.

Jetzt wird’s teuer: Seit dem 2. September muss Annette U. dem ADAC jeden Tag 60 Euro zahlen. Falls das Auto verschwunden bleibt, würden mindestens 20 000 Euro Strafe auf sie zukommen, sagt sie.

So ein Fall sei dem ADAC bisher noch nicht untergekommen, sagt ein Sprecher des Automobil-Clubs. Fest stehe: „Wir stehen in Kontakt mit der Polizei, und unsere Gelben Engel halten Ausschau nach dem Fahrzeug.“ Immerhin: Man werde die zusätzlichen Miet-Tage „möglichst kulant in Form von einer Standtage-Gebühr oder vergleichbar handhaben“.

Annette U. ist bereits mehrmals wieder nach München gefahren – mit einem von Freunden geliehen Auto. „Zuletzt habe ich vier Tage lang am Stück gesucht. Ein Albtraum.“ In der Nacht schlief sie im Auto, obwohl die ehemalige Krankenschwester wegen einer kranken Wirbelsäule Schmerzen hat. VON MARIA GREIF UND ANDREA STINGLWAGNER

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