Schock-Anrufe: Falsche Polizisten erbeuten große Summen

von Redaktion

Frau übergibt Geld und Schmuck im Wert von 100 000 Euro als angebliche Kaution an Betrüger-Bande

Gerade mal zwei Stunden: Nur so wenig Zeit haben Betrüger am Donnerstag gebraucht, um eine Seniorin in Freimann um ihr hart erspartes Vermögen zu bringen. Die 83-Jährige wurde Opfer von falschen Polizisten, die sich per Telefon gemeldet haben. Die Münchnerin glaubte deren Geschichte und gab laut des Präsidiums Geld und Schmuck im Wert von 100 000 Euro an einen Fremden.

Der so genannte Schockanruf erfolgte um 15 Uhr in Freimann. Der falsche Polizist behauptete, dass die Tochter der Seniorin ein Kind bei einem Unfall tödlich verletzt hätte. Nun drohe der Tochter Gefängnis. Einziger, angeblicher Ausweg: Die Seniorin müsse alle Wertgegenstände zusammenpacken und an einen Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft übergeben: als Kaution für ihre Tochter.

Obwohl die echte Polizei immer wieder betont, dass sie niemals Geld von den Bürgern verlangen würde, glaubte die Freimannerin den Anrufern. Fatal: Die Seniorin hatte eine horrend hohe Geldsumme zu Hause. Mit der „Kaution“ im Wert von 100 000 Euro setzte sie sich um 17 Uhr ins Auto und fuhr zur Dachauer Straße. Dort übergab sie den Beutel an den angeblichen Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, obwohl dieser wenig professionell aussah. Laut der Polizei war der südländisch aussehende Abholer unrasiert und hatte ungepflegte Zähne. Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung unter Telefon 089/29 100.

Gleiches gilt für einen zweiten Fall, bei dem Betrüger am Donnerstag per Schockanruf erfolgreich waren. Gegen 12 Uhr wurde dabei ein 85-Jähriger in Schwabing angerufen. Ihm wurde erzählt, dass sich seine Tochter in Haft befinde – und erst nach Zahlung einer Kaution freigelassen werden könne. Der Senior holte daraufhin Wertgegenstände im Wert von 50 000 Euro von der Bank und übergab diese in Ingolstadt.

Zwei von vielen Opfern: Erst vergangene Woche wurden ein 90-jähriger Münchner und eine 76-Jährige aus Milbertshofen Opfer von Schockanrufen. Beide verloren je 100 000 Euro.  nah

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