Mitte September sind an der Georgenstraße die Bagger angerückt, um endlich umzusetzen, was sich Bürger der Maxvorstadt schon lange wünschen: Mehr Bäume, breitere Gehwege – für mehr Aufenthaltsqualität. Einem entsprechenden Antrag der Bürgerversammlung hat auch der Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt im Sommer 2021 zugestimmt.
Nun wenden sich Anwohner der Straße erneut an den BA – denn der Start der Tiefbaumaßnahmen, die insbesondere im Abschnitt zwischen Adelheid- und Hiltenspergerstraße (Südseite) die ohnehin angespannte Parksituation verschärfen, kam völlig überraschend. „Wir wurden gleichzeitig mit Beginn der Bauarbeiten am 19. September per Anliegerschreiben vom städtischen Baureferat über die bis Mitte Dezember andauernde Umgestaltung informiert. In dieser Zeit fallen 43 Parkplätze weg“, erklärt Anwohner Alexander Gärtner (51), der bereits ausgerechnet hat, dass nach dem Umbau nur noch 26 Stellplätze zwischen Adelheid- und Hiltenspergerstraße vorhanden sein werden. „Das macht im Schnitt weniger als drei Parkplätze pro Haus.“
Sein Nachbar Stephan Buchmann (55) bestätigt die verzwickte Lage: „Wir sind gezwungen, die Autos in den angrenzenden Parklizenzgebieten abzustellen, wo wir dann Strafzettel kassieren.“ Dass die Stadt den Anwohnern in der Zeit des Umbaus keinerlei Alternativen anbietet, stößt bei vielen Betroffenen auf Unverständnis – zumal die Möglichkeiten zur Selbsthilfe begrenzt sind. „In der Anwohner-Tiefgarage am Josephsplatz liegt die Wartezeit nach Auskunft des Betreibers bei knapp fünf Jahren“, sagt Gärtner.
Der BA kann die Verärgerung nachvollziehen und sucht nach Lösungen. „Wir möchten den Parkdruck dauerhaft senken, indem das Gebiet zwischen Arcis- und Zentnerstraße von Mischparken in eine reine Anwohnerparkzone umgewandelt wird“, sagt BA-Mitglied Martha Hipp (Grüne). Nur so könne Pendlerverkehr reduziert und die Situation verbessert werden. Der BA wird den entsprechenden Antrag beim Mobilitätsreferat der Stadt einreichen. Weil bis zur Entscheidung einige Monate vergehen, will der BA parallel bei den städtischen Behörden nach pragmatischen Lösungen für die Anwohner fragen.
Die sind skeptisch: „Dass es immer noch viele Menschen gibt, die beruflich ein Auto benötigen, sowie Besucher, Familien und Rentner, die auf Parkplätze in Wohnungsnähe angewiesen sind, kommt bei der Zukunftsplanung des BA zu kurz“, findet Stephan Buchmann. Bei der Stadt sieht man die Lage nüchtern: Laut Baureferat seien die Anliegerinformationen „wie üblich“ vor Baubeginn, nämlich am 14. September, als Posteinwurf verteilt worden. Das Mobilitätsreferat teilt unterdessen mit, dass mit dem Erwerb einer Parklizenz kein Anspruch auf einen freien Parkplatz in Wohnungsnähe verbunden sei. Immerhin: Das Baureferat will die Bürger „frühzeitig“ informieren, wenn im dritten Bauabschnitt noch die komplette Fahrbahnsperrung auf der Südseite bevorsteht.