Schon im September und Oktober rauschte die Pünktlichkeit der S-Bahn weit unter die kritische 90-Prozent-Marke – und wenn das so weitergeht wie gestern früh, sieht es auch im November nicht gut aus. Gleich zwei Störungen setzten die S-Bahn weitgehend außer Gefecht. Im Berufsverkehr ab halb sieben Uhr streikte die Signaltechnik zwischen Rosenheimer Platz und Ostbahnhof. S-Bahnen konnten nicht mehr in die Stammstrecke fahren, sie endeten in Pasing oder am Ostbahnhof.
Folge für die Pandler: Am Bahnhof Pasing stauten sich die Fahrgäste bis runter auf die Treppenaufgänge. Erneut gab es Probleme mit den Ansagen. Beispielsweise wies die Bahn nicht darauf hin, dass die Regional- und Fernzüge Richtung Hauptbahnhof von der Störung nicht betroffen waren. Die elektronischen Anzeigetafeln am Regionalzuggleis 3 verwiesen die Fahrgäste auf die MVG – gemeint war, dass man am Pasinger Vorplatz mit der Straßenbahn weiterfahren sollte. Das war aber kaum möglich. „Die Tram platzt“, schimpfte ein Fahrgast, der mit einer Menschenmenge zurück Richtung Bahnhof geschoben wurde.
Dann sorgte ein Wasserschaden für noch ein Problem: Eine Hebeanlage, die Grundwasser am Rosenheimer Platz nach oben in die Kanalisation befördert, war gestört. „Die Gleise standen zwar nicht unter Wasser, aber es tropfte durch die Decke“, berichtet ein Bahnsprecher. Gegen halb zehn Uhr war auch das behoben – die ersten Züge fuhren wieder. dw