Aus für Kaffeerösterei

von Redaktion

Nach Streit um Mietvertrag: Emilo muss dicht machen

Emanuel Clemm (33) steht vor seinen gerösteten Kaffeebohnen – und was er erzählt, klingt bitter. Der Chef der Münchner Kaffeerösterei Emilo hat vor Kurzem seinen rund 30 Mitarbeitern mitgeteilt, dass er sie nicht weiterbeschäftigen kann. Clemm: „Das war der schwerste Tag meines Lebens.“ Grund: Emilo muss seinen Betrieb in der Levelingstraße (Berg am Laim) räumen. Er war dort mit seiner Firma vor rund zehn Jahren eingezogen, jetzt muss er zum 19. Januar raus sein.

Vorausgegangen war ein langwieriger Prozess. Das Immobilien-Unternehmen „neuplan“ hatte den Komplex – das ehemalige Togal-Werk – vor mehr als einem Jahr gekauft. Es plant, die Altsubstanz abzureißen, um eine moderne und nachhaltige Immobile darauf zu bauen. Der Mietvertrag von Emilo wäre eigentlich noch bis Anfang 2024 gelaufen. Der neue Eigentümer warf Clemm jedoch vor, Absprachen mit dem Vorvermieter nicht schriftlich getroffen zu haben. Wegen dieses Verstoßes kündigte die Firma den Vertrag. Das Landgericht gab „neuplan“ recht – und verurteilte die Rösterei auch zur Räumung.

Die neuen Besitzer betonen, sie seien immer wieder auf Clemm zugegangen, um eine faire Lösung zu finden – auch mit dem Angebot einer Abfindung, so die Firma. Clemm hätte außerdem die Möglichkeit gehabt, mehrere Monate länger in den Räumen zu bleiben. Er habe aber offensichtlich von sich aus entschieden, die Vergleichsgespräche abzubrechen.  lim

Artikel 3 von 11