Aus zwei mach eins

von Redaktion

Grün-Rot beschließt die Fusion der Wohnungsbauunternehmen GWG und Gewofag – Kritik von der Opposition

Die beiden kommunalen Wohnungsbaugesellschaften Gewofag und GWG werden zusammengelegt. Die Fusion soll zum 1. Januar 2024 greifen. Dies beschloss der Stadtrat mit den Stimmen der grün-roten Mehrheit. Damit entsteht ein großer Konzern, der insgesamt rund 70 000 Wohnungen verwaltet.

Die Koalition verspricht sich von der Fusion einen deutlichen Schub für den Wohnungsbau und straffere Strukturen. Synergien sollten genutzt werden – um noch mehr bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu schaffen. Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) ist damit betraut, dass die Voraussetzungen für die Zusammenlegung im kommenden Jahr in die Wege geleitet werden. Wer die neue Gesellschaft „Münchner Wohnen“ leiten soll, steht noch nicht fest. Vorgesehen sind drei Geschäftsführer. Als mögliche Bewerber kursieren die Namen des bisherigen Gewofag-Chefs Klaus-Michael Dengler und des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Christian Müller.

Vertreter von CSU und FDP kritisierten die Fusion als überstürzt. So ein Mammut-Projekt müsse sorgfältig geplant werden, sagte CSU-Stadtrat Andreas Babor. „Jetzt einfach festzulegen, dass schon in einem Jahr fusioniert wird, ist völlig unrealistisch.“ Grün-Rot habe bislang nicht viel mehr geschafft, als einen neuen Namen zu finden. Wesentliche Fragen zu finanziellen, technischen und rechtlichen Voraussetzungen seien noch nicht geklärt. Auch die Mitarbeiter beider Wohnungsbauunternehmen seien zutiefst verunsichert.

Vor der Stadtratssitzung hatte der Betriebsrat der Gewofag vor der Fusion gewarnt. Man sehe darin weder einen wirtschaftlichen noch einen wohnungspolitischen Sinn, hieß es. Gewofag und GWG beschäftigen insgesamt rund 1200 Mitarbeiter. SPD und Grüne versicherten, die Arbeitsplätze seien sicher. kv

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