Der Ärger um das Diesel-Verbot reißt nicht ab. Jetzt wird klar: Die Stadt hat sich verrechnet. In München sind nicht rund 70 904 Fahrzeuge von der ersten Stufe des Fahrverbots (Euro 4/IV und schlechter) ab 1. Februar betroffen, sondern lediglich 42 465.
Die Zahl 70 904 stammt aus März 2022 und war so im Oktober kommuniziert worden, als sich der Stadtrat mit den Fahrverboten befasste. Gegner des Diesel-Dekrets sprechen auch gern mal von fast 80 000 betroffenen Münchnern. Allerdings: „Die im März gemeldete Zahl von Fahrzeugen ist zu hoch, da es insbesondere im Zusammenhang mit der Partikelfilternachrüstung von Fahrzeugen Doppelerfassungen gibt, die nach der Umrüstung zum Teil in mehreren Emissionsklassen ausgewiesen wurden“, sagt eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferates auf Anfrage. „Dies war bei der Auswertung im März nicht erkannt worden.“
Die Zahl der insgesamt in München zugelassenen Euro-4-Diesel habe sich aber auch deswegen verändert, weil Fahrzeuge abgemeldet wurden. Hinzu kämen Fahrzeuge, die durch Wegzüge oder Verkäufe nicht mehr im Zulassungsbezirk München Stadt gemeldet sind. Die enorme Diesel-Diskrepanz ist damit allein aber nicht zu erklären. „Wir bedauern diese Differenz. Insgesamt ist die relativ kurzfristige Umsetzung des Diesel-Fahrverbots für das KVR ein immenser Kraftakt, sodass es in der Kürze der Zeit leider zu den Doppelzählungen gekommen ist.“
Tatsächlich sind in München 23 414 Euro-4-Autos zugelassen. Die Schadstoffklassen darunter summieren sich auf 7364. Hinzu kommen 11687 Lastwagen, die ebenfalls vom Diesel-Fahrverbot betroffen sind. ska