Am 24. Februar 2022 begann die russische Invasion in der Ukraine. Zum traurigen Jahrestag zeigt die Stadt München Flagge gegen den russischen Angriffskrieg und Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung. So findet am Freitag von 15 bis 19 Uhr eine Großkundgebung auf dem Marienplatz statt. Veranstalter ist die Ukrainische Gemeinde München, die mit 1000 bis 1500 Teilnehmern rechnet.
Das Rathaus wird aus diesem Anlass ein Banner in den blau-gelben Nationalfarben der Ukraine mit der Aufschrift „Freedom for Ukraine is freedom for Europe!“ tragen. Das Motto der Demonstration lautet „Gemeinsam gegen den Krieg“. Die Ukrainische Gemeinde schließt sich damit der weltweiten Kampagne „Ukrainian Victory is the whole World’s Victory!“ an. Auf der Rednerliste der Demo stehen Politiker aller demokratischen Parteien, an vorderster Stelle OB Dieter Reiter (SPD). Erwartet werden außerdem Manfred Weber (CSU), Vorsitzender der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament, Bayerns Ministerin für Europaangelegenheiten, Melanie Huml (CSU), SPD-Landeschef Florian von Brunn, Grünen-Chefin Katharina Schulze, der Vorsitzende der bayerischen FDP, Martin Hagen, und der ukrainische Generalkonsul in München, Yuriy Yarmilko.
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist eine von acht Münchner Partnerstädten. Seit Beginn des Krieges gab es Hilfsaktionen. So konnten mit Sachspenden von Unternehmen sowie Spendengeld der Bürger und der Stadt 4,5 Millionen Euro gesammelt werden. In München selbst leben aktuell rund 16 000 Geflüchtete aus der Ukraine.
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko war im März 2022 während einer Stadtratssitzung per Video live zugeschaltet und schilderte damals seine Eindrücke aus dem Kriegsgebiet. Für Reiter noch heute ein bewegender Moment. Er hält fortlaufend Kontakt zu Klitschko, der sich vergangene Woche während seines Besuchs bei der Sicherheitskonferenz beim OB für die Unterstützung aus München bedankte. Generatoren und Fahrzeuge, Nahrungsmittel und Medizin, so Klitschko, würden Leben retten. Reiter versicherte am Donnerstag, München werde auch weiterhin „alles in unserer Macht Stehende tun, um das Leid der Betroffenen durch zivile und humanitäre Unterstützung zu lindern“.
Anlässlich des Jahrestages gibt es auch verschiedene kulturelle Aktionen in der Stadt. Vom 24. Februar bis 6. März wird die Plakataktion „365 Tage Krieg – 365 Friedenstauben“ am Odeonsplatz an der Litfaßsäule vor dem „Tambosi“ zu sehen sein. Dafür bat die Münchnerin Cordula Tettau seit dem ersten Kriegstag in der Ukraine täglich einen Menschen, ihr eine Friedenstaube zu zeichnen.
Die Kammerspiele laden um 20 Uhr zu einem Gespräch mit ukrainischen Künstlern ein. In der Villa Stuck findet von 17 bis 21 Uhr eine Veranstaltung mit Performance der ukrainischen Künstlerin Tetiana Kornieieva statt. Außerdem wird das NS-Dokuzentrum die Beflaggung „Eine Taube breitet ihre Flügel aus und bittet um Frieden“ anbringen. KLAUS VICK