Jetzt soll Schluss sein mit lustig, was das Gehwegparken im Münchner Süden angeht! Schon bei der Bürgerversammlung im Oktober 2022 wurde das Problem von Bürgern angesprochen – viele Gehwege seien wegen dort parkender Pkw kaum oder gar nicht nutzbar. Personen mit Kinderwagen oder Rollator sowie Rollstuhlfahrer hätten oft nur einen kümmerlichen Spalt Gehweg zur Verfügung, um sich zwischen Autos und Häusern hindurchzuzwängen.
Darauf reagierte jetzt der Bezirksausschuss Thalkirchen – Obersendling – Forstenried – Fürstenried – Solln (BA). „Es kann und darf nicht sein, dass Personen wegen zugeparkter Gehwege auf die Fahrbahn ausweichen müssen und sich dabei selbst gefährden“, so der BA-Vorsitzende Ludwig Weidinger (CSU). „Im Interesse von Fußgängern, Kindern und mobilitätseingeschränkten Menschen muss eine ausreichende Gehwegbreite zur Verfügung stehen.“ Auch Henriette Holtz (Grüne) bezeichnete das Gehwegparken als „klaren Gesetzesverstoß, durch den Fußgänger stark eingeschränkt werden“. Sie forderte höhere Bußgelder und eine Ausweitung der städtischen Parkraumüberwachung.
Reinhold Wirtl (CSU), Vorsitzender des BA-Unterausschusses Mobilität, wurde noch deutlicher. Er rief die Bevölkerung auf, entsprechende Verkehrssünder sofort anzuzeigen. „Das ist das einzige wirksame Mittel!“
Auch eine ausreichende Fahrbahnbreite für Müllfahrzeuge und vor allem für Rettungswagen müsse jederzeit zur Verfügung stehen. Im BA wurden die aktuellen Maßnahmen der Polizei begrüßt. Diese geht gerade intensiv gegen Falschparker vor.
Bei den Anwohnern stößt dies nicht unbedingt auf ungeteilte Gegenliebe. Ein teilweise Jahrzehnte lang praktiziertes Verhalten wird auf einmal nicht mehr akzeptiert und mit Geldbußen belegt. Bleibt abzuwarten, ob das zuständige städtische Mobilitätsreferat jetzt mit entsprechenden Beschilderungen und Markierungen reagiert. DORIS KÖNIG