Auf einmal ging gestern gar nichts mehr auf der Stammstrecke: Mitten im Berufsverkehr von 6.40 bis 8 Uhr morgens stand der komplette S-Bahn-Verkehr zwischen Pasing und Ostbahnhof still. Totalsperrung. An manchen Haltepunkten stauten sich sogar die Züge. Weiterkommen unmöglich. Viele Linien endeten und starteten erst in Pasing oder am Ostbahnhof – die S8 musste über den Südring umgeleitet werden. Was war passiert?
Rauch stieg am frühen Morgen in einem Bahn-Tunnel zwischen Isartor und Rosenheimer Platz auf. Ein Notruf ging raus: Die Feuerwehr rückte mit rund 100 Einsatzkräften aus, um die Ursache des Rauchs festzustellen. Weil die Bahn zunächst nicht genau lokalisieren konnte, woher der Rauch genau kam, fuhren die Einsatzteams zu verschiedenen Punkten. Doch: Einen Brand konnten sie nicht feststellen.
Der Rauch kam stattdessen von einer S-Bahn, deren Bremse defekt war – sie fuhr noch bis zur Hackerbrücke und kam dort auf ein Abstellgleis. Jetzt muss sie repariert werden. Dennoch: Der gesamte Streckenabschnitt musste aus Sicherheitsgründen zunächst von Bahnmitarbeitern gemeinsam mit der Feuerwehr überprüft werden, bevor die S-Bahnen wieder fahren konnten – nach knapp eineinhalb Stunden lief der Verkehr wieder an. Die vielen Pendler brauchten einen langen Atem.
Die defekte Bremse war jedoch nicht die einzige Einschränkung gestern auf der Stammstrecke. Seit Mittwochabend wird am Ostbahnhof an einem elektronischen Stellwerk gewerkelt – zudem ist ein Gleis in Richtung Giesing gesperrt. Noch bis Dienstag (28. Februar) kommt es deshalb immer nachts von 22 bis 4.30 Uhr zu Fahrplanänderungen einzelner Linien: Die Züge der S3 Richtung Mammendorf beginnen und enden am Ostbahnhof – die Züge Richtung Holzkirchen bereits in Giesing. Die S4 Richtung Geltendorf fährt nur bis Pasing. Und die S7 Richtung Wolfratshausen beginnt und endet am Hauptbahnhof.
Der Betrieb der Münchner S-Bahn wirkt in diesen Tagen ohnehin nicht wie ein Ablauf nach Fahrplan, sondern eher wie eine Ansammlung von Pannen. Dazu gehört größerer Ärger wie etwa ein wegen einer durchgeschmorten Leistung qualmender Zug in Buchenau, der am vergangenen Donnerstag im morgendlichen Bahnverkehr bei Pendlern im Münchner Westen für Ärger sorgte. Auf der Pannen-Liste stehen aber auch viele kleinere Vorkommnisse wie eine Signalstörung bei Erding und Strecken-Reparaturen bei Altomünster (jeweils am Mittwoch).