Drogenvorwürfe: Münchner Polizist verurteilt

von Redaktion

Melvin S. (34) hat gekifft und Fundsachen gestohlen: 2300 Euro Geldstrafe

München – Mit Melvin S. (34) musste gestern schon wieder ein Münchner Polizist vor Gericht. Ihm wurden gleich mehrere Verbrechen zur Last gelegt. Laut Anklage soll der Beamte aus der Altstadtwache Joints mit Kollegen geraucht und auch Marihuana in seiner Wohnung aufbewahrt haben. In zwei Fällen soll Melvin S. auch Fundsachen wie einen Geldbeutel und einen Schlüsselbund von Bürgern für sich behalten haben.

Damit nicht genug: Die Staatsanwaltschaft München I wirft dem Polizisten außerdem vor, dass er einen Häftling in der Altstadtwache fotografierte, der nackt in der Zelle randaliert hatte. Das Foto speicherte Melvin S. demnach auf seinem Handy – mutmaßlich jedoch ohne dienstlichen Anlass.

In der Verhandlung am Amtsgericht stritt der Polizist gestern alle Vorwürfe ab. Er habe kein Marihuana geraucht, sondern lediglich Zigaretten, die eine ähnliche Form gehabt hätten. „Darin war CBD, also ein legales Hanferzeugnis, das gegen mein Rheuma helfen sollte“, sagte Melvin S. aus.

Wegen Drogenbesitzes, Verwahrungsbruchs und des Verletzens des höchstpersönlichen Lebensbereichs drohte dem Polizisten sogar eine Haftstrafe. Am Ende muss er aber nur zahlen: Eine Geldstrafe von 2300 Euro. Allerdings nur wegen der Fundsachen und des Joints. Hinsichtlich der Fotos wurde er freigesprochen, das Verfahren wegen übriger Drogenvorwürfe wurde eingestellt.

Der aktuelle Fall reiht sich ein in den Komplex der Soko Nightlife: Unter diesem Namen wurden bei der Staatsanwaltschaft und beim Landeskriminalamt die Ermittlungen gegen die Münchner Polizei zusammengefasst. Diese hatten sich gegen mindestens 37 Beamte sowie 23 Zivilisten gerichtet. Zwei Beamte sitzen mittlerweile im Gefängnis, drei weitere wurden bis Sommer vorigen Jahres zu hohen Geldstrafen verurteilt, zwölf weitere akzeptierten einen Strafbefehl. Ein Dealer hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht – denn er verkaufte auch Drogen an die Münchner Polizisten. A. THIEME

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