Neuer Streik am Flughafen

von Redaktion

VON MARTINA WILLIAMS

München – Wer heute im Erdinger Moos in den Flieger steigen will, braucht wahrscheinlich viel Geduld: Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Sicherheitsgesellschaft München (SGM) zu einem fünfstündigen Streik aufgerufen. Um neun Uhr soll es eine Kundgebung im Munich Airport Center geben, an der sich laut Verdi rund 100 Streikende der Frühschicht beteiligen werden.

Für die Passagiere bedeutet das lange Wartezeiten. Denn die SGM führt im Auftrag der Regierung von Oberbayern die Sicherheitskontrollen durch. Während des Streiks von 5 bis 10 Uhr werden die Checks der Fluggäste sowie des Hand- und Reisegepäcks vermutlich weitgehend zum Erliegen kommen, teilt die Regierung von Oberbayern mit. Nur einzelne Kontrollstellen könnten im Terminal 1 (Gate C 05) und im Terminal 2 (zentrale Fluggastkontrollstelle) besetzt werden.

In den fünf Stunden sind heute etwa 85 Abflüge geplant, aber auch nach dem Streik müsse mit Beeinträchtigungen bei den insgesamt rund 750 Starts und Landungen zu rechnen sein, heißt es bei Verdi. „An die Passagiere ergeht deshalb der Rat, sich früher am Flughafen einzufinden.“ Der Flughafen rät den betroffenen Passagieren, unbedingt mit der Airline oder dem Reisebüro Kontakt aufzunehmen. Aktuelle Informationen stünden online unter www.munich-airport.de zur Verfügung.

Durch den Streik wird es demnach ganztägig zu Flugverschiebungen kommen – mit Flugausfällen rechnet die Gewerkschaft dagegen nicht. Außerdem bittet sie die Passagiere um Verständnis: „Gerade in Zeiten hoher Inflation, von der die unteren und mittleren Einkommen besonders betroffen sind, muss es einen deutlichen Ausgleich dafür geben“, sagt Manuela Dietz von Verdi Bayern. Das von Arbeitgeberseite in der zweiten Verhandlungsrunde vorgelegte Angebot komme einer Provokation gleich, kritisiert sie. „Um diese Situation zu ändern, erhöhen wir mit den Warnstreiks nun den Druck“.

Dazu ergänzt Verdi-Vertrauensmann Sepp Winderl: „Die von einem Arbeitgebervertreter am Verhandlungstisch getroffene Aussage, es müsse ja keiner in München wohnen, wenn es ihm zu teuer ist, empfinden wir als reine Frechheit.“ Und er fügt hinzu: „Wir wohnen gerne hier und wollen auch weiterhin unsere Passagiere sicher zu ihrem Urlaubsziel geleiten!“

Verdi will für die bundesweit 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen 10,5 Prozent mehr Lohn , mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber bieten fünf Prozent mehr bei zweijähriger Laufzeit sowie 2500 Euro Einmalzahlung. Die dritte Verhandlungsrunde ist in drei Wochen.

Rechte der Passagiere

Die Verbraucherzentrale hat die Rechte von Passagieren online zusammengefasst unter www.verbraucherzentrale.de.

Artikel 3 von 7