Eine Diva und ihre Liebe zu München

von Redaktion

VON MARIA ZSOLNAY

Sie war die Muse von Filmemachern wie Luchino Visconti und Federico Fellini und spielte auf der Leinwand neben Stars wie Burt Lancaster, Alain Delon und Henry Fonda. Die italienische Schauspielerin Claudia Cardinale („Der Leopard“, „Spiel mir das Lied vom Tod“) hat mit ihren Filmen Kinogeschichte geschrieben – und ist als starke und engagierte Frau ein Vorbild über das Filmgeschäft hinaus. Am Samstag wird sie 85 Jahre alt.

Auch wenn sie in den großen Metropolen gelebt und gedreht hat – nach München kam sie immer wieder sehr gerne, hier wurde sie gefeiert und verehrt. Bereits 1965 stellte sie in der bayerischen Landeshauptstadt ihren Film „Zirkuswelt“ der Presse vor. Bei der Ankunft am Flughafen in Riem empfingen die Vertreter von Stadt und Film die Diva mit Blumen – und einem Trachtenhut.

1976 trat sie mit Elefanten bei der glamourösen Stars-in-der-Manege-Gala im Circus Krone auf. 2002 glänzte sie an der Seite von Charlton Heston („Ben Hur“) und William Shatner („Raumschiff Enterprise“) bei der Geburtstagsfeier des Fernsehsenders Kabel 1. 2010 dann wurde sie mit dem deutschen Entertainment-Preis, der goldenen Diva, ausgezeichnet.

Die Trophäe überreichte ihr damals Schauspiel-Kollege Mario Adorf, der auch die Laudatio hielt. Sie bedankte sich damals mit einer zauberhaften Rede in einer Mischung aus Italienisch, Französisch und Englisch. Zuletzt besuchte sie München 2014, als Stargast der eleganten Charity-Gala Mon Chéri, wo für Kinderhilfsorganisationen gesammelt wurde. „Ich engagiere mich selbst sehr für Kinder, unter anderem in Kambodscha“, erzählte sie damals.

Was kaum einer weiß: Cardinale ist sehr früh Mutter geworden. Mit 20 wurde sie laut ihrer Memoiren von einem Filmproduzenten vergewaltigt, brachte ihren Sohn Patrick heimlich in London zur Welt. Erst Jahre später brach sie ihr Schweigen, bis dahin wurde Patrick als ihr kleiner Bruder ausgegeben.

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