Herkunft, Alter und Geld spielen hier überhaupt keine Rolle. Die Bahnhofsmission ist für jeden da, der Hilfe braucht – und das zu jeder Zeit, 24 Stunden lang, 365 Tage im Jahr. Die Engel von Gleis 11 am Hauptbahnhof haben am Samstag zum Tag der offenen Tür geladen.
„Dass wir das feiern, ist ganz lustig, denn wir haben ja ohnehin immer und für jeden offen“, sagt Bettina Spahn (58), Leiterin der katholischen Bahnhofsmission. Die Anlaufstelle besteht aus einem Team der evangelischen und katholischen Trägerschaft. Der Alltag am Gleis dreht sich rund um die Versorgung von Gestrandeten. Sie brauchen weder einen Termin noch müssen sie für die Hilfe zahlen.
Rund um die Uhr steht ihnen ein Team aus über 140 Ehrenamtlichen, sieben geringfügig Beschäftigten sowie insgesamt 14 Hauptamtlichen zur Verfügung. Dabei sind mehr als elf Sprachen im Team vertreten. Um die Finanzierung kümmert sich vorrangig die Stadt München, hinzu kommen unter anderem Mittel der katholischen und evangelischen Kirche. „Was man deutlich spürt, ist, dass die Not zunimmt. Durch die Inflation haben wir eine Verdoppelung der Zahlen“, sagt Bettina Spahn. „Wir kümmern uns um Menschen in prekären Lebenslagen und helfen ihnen wieder auf den richtigen Weg“, sagt sie.
So wie Andreas B. (59), der dankbar ist und auch vorbeigeschaut hat. „Meine Lage ist gut, trotzdem habe ich selbst einmal die Bahnhofsmission gebraucht“, erklärt er. „Ich bin mal mitten in der Nacht am Bahnhof gestrandet. Meine Koffer und sämtliche Papiere waren weg. Selbst die Polizei konnte mir nicht weiterhelfen. Bei der Bahnhofsmission wurde ich dann zuckersüß betreut. Drum will ich meine Bewunderung an das Personal aussprechen“, erzählt er.